Antrag zurückgezogen

Swiss-Ski lässt Wengen vorerst doch im Rennkalender

24. Mai 2020, 19:33 Uhr
Swiss-Ski streicht die Lauberhornrennen vorerst doch nicht vom Rennkalender (Archivbild).
© Keystone
Im Streit um die Lauberhornrennen geht Swiss-Ski einen Schritt auf das Organisationskomitee des Weltcups in Wengen zu. Wie der Schweizer Skiverband mitteilt, zieht er den Antrag zurück, Wengen aus dem Rennkalender 2021/2022 zu streichen.

Grund für die Entscheidung sei unter anderem eine grosszügige Spende von über 300'000 Franken des Unternehmers Jörg Moser. Wie Swiss-Ski mitteilt, gleiche diese das Defizit etwas aus, welches man bei einer Austragung der Lauberhornrennen in Wengen erwarte. Zudem räume die Spende den Parteien mehr Zeit ein, um zu verhandeln.

Streit erreicht die Politik

Der Disput um Forderungen aus dem Berner Oberland nach zusätzlichen Geldern warf hohe Wellen und erreichte mittlerweile auch die Politik. Bundesrätin Viola Amherd wird den Swiss-Ski-Präsidenten Urs Lehmann und Urs Näpflin, den Präsidenten des OK in Wengen, zu einem Gespräch treffen.

Moser, Besitzer des Schweizer Volksmusikzentrums Lueg, sorgt mit seiner Spende schon vor dem Gipfel für ein erstes Licht in einem zuletzt immer dunkler gewordenen Kapitel. «Ich will Swiss-Ski helfen, eine für alle tragfähige Lösung für die Zukunft der Lauberhornrennen zu finden, und will damit auch generell den Schneesport unterstützen.»

Swiss-Ski schätzt die Spende

Lehmann weiss Mosers noble Geste zu schätzen: «Die Spende von Jörg kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und ist ein starkes Zeichen für den Wert des Lauberhorns, aber auch für Swiss-Ski und den Schneesport in der Schweiz.»

Der Aargauer ist überzeugt, «dass wir es schaffen, zusätzliche Mittel in den Schneesport zu bringen und dadurch nicht Geld von der linken in die rechte Hosentasche verschieben müssen. Auf diesem Prinzip baut unser Lösungsansatz für Wengen auch auf. Wir leiten diese 300'000 Franken mit grosser Freude und Dankbarkeit nach Wengen weiter.»

«Bis auf Weiteres»

Der Ankündigung von Swiss-Ski ist der Zusatz «bis auf Weiteres» angefügt. Der Verband versteht den Schritt als Vorleistung in der Annahme, dass in der kommenden Woche der am Freitag erläuterte Drei-Punkte-Plan zur langfristigen Sicherstellung der Lauberhorn-Finanzierung umgesetzt werden kann.

Dieser sieht nebst einer Einbindung der öffentlichen Hand auch einen Schulterschluss zwischen dem Wengener OK und Swiss-Ski vor. Zu diesem dürfte es am Donnerstag kommen, sollte Wengen die 2018 eingereichte Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof zurückziehen.

Quelle: PilatusToday / Keystone SDA
veröffentlicht: 24. Mai 2020 18:52
aktualisiert: 24. Mai 2020 19:33