Ski Alpin

Viel Risiko für vergleichsweise wenig Geld – so viel verdienen die Skicracks

17. Januar 2022, 17:53 Uhr
Sie fahren mit 150 Stundenkilometern die Lauberhorn-Abfahrt herunter und tragen dabei «nur» eine Skiausrüstung. Für den Mut werden jedoch die wenigsten finanziell hoch entlöhnt.
Marco Odermatt hat in der laufenden Saison bis jetzt am meisten Preisgeld von allen einkassiert.
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

In der laufenden Skisaison sticht bis jetzt ein Name immer wieder heraus: Marco Odermatt. Der Buochser fährt konstant aufs Podest. Das bringt ihm dann auch den ersten Platz im Preisgeldranking des Skiverbands FIS bei den Männern ein. 378'550 Franken hat er diese Saison bereits kassiert. Daneben verdient er noch zusätzlich Geld mit Sponsorenverträgen. Wieviel genau ist nicht klar.

Als nächsten Schweizer in der Rangliste findet man auf Platz sechs Beat Feuz mit bereits «nur» noch 73'050 Franken Preisgeld. Bei Justin Murisier auf Platz 26 sind es dann noch genau 22'075 Franken in der laufenden Saison. Momentan befinden sich von den Schweizern noch Niels Hintermann, Daniel Yule und Loïc Meillard in den Top 30.

Drei Zentralschweizerinnen vorne mit dabei

Bei den Frauen hat bis jetzt Petra Vlhova am meisten Preisgeld eingesackt. Satte 311'382 Franken sind es bis jetzt. Als erste Schweizerin taucht auf Platz fünf Lara Gut-Behrami auf. 139'934 Franken wanderten auf ihr Konto. Auch die Zentralschweizerinnen Wendy Holdener, Corinne Suter und Michelle Gisin sind in den Top 30 drin. Michelle Gisin, welcher es momentan auch gut läuft, ist trotzdem «nur» auf Platz 18 mit 41'200 Franken.

Dahinter folgt die breite Masse jener Sportlerinnen und Sportler, die kaum genug zum Leben einfahren. Zum Beispiel Luca Aerni, dem es nach langer Durststrecke endlich wieder besser läuft, kommt diese Saison gerade Mal auf 6'150 Franken. Oder Camille Rast, seit 2017 im Weltcup, kam in der Endabrechnung am Ende des letzten Winters auf 9'400 Franken. In der aktuellen Saison hat sie ihr Preisgeld mit 18'125 Franken immerhin schon fast verdoppelt.

Bei anderen Sportarten gehen Preisgelder in den Millionenbereich

In anderen Sportarten befinden sich die Preisgelder in anderen Sphären. Im Tennis beispielsweise verdiente die Nummer 30 der Preisrangliste über eine Million Franken. Allerdings finanzieren Tennisspielerinnen ihre Reisen und ihr sportliches Umfeld selbst. Trotzdem können die besten 100 der Welt mehr oder weniger von ihrem Sport leben. Bei den Skicracks gilt das etwa für die ersten 30.

Darum sind Sponsoren für die Skifahrerinnen und Skifahrer umso wichtiger. Wer sich bei den TV-Interviews achtet, dem fällt auf, dass die Ski immer schön in die Kamera gehalten werden und auch der Privatsponsor ist auf der Mütze oder dem Cap gut sichtbar platziert. Neben dem Preisgeld sind es eben diese Sponsoren und Ausrüster, welche den Lohn definieren.

Swiss Ski übernimmt Reisekosten und Unterkunft

Vom Verband gibt es einen solchen nämlich nicht. Dafür zahlt Swiss Ski den Athletinnen und Athleten die Reisen, Unterkünfte und Kadertrainings. In Trainingslagern können die Sportler ihr Portemonnaie also eigentlich zu Hause lassen.

Und auch Social Media ist seit einigen Jahren ein wichtiger Vertragsbestandteil vieler Athleten. Es wird festgeschrieben, wie viel Aktivität und Sponsorenpräsenz erwartet wird.

(van)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Januar 2022 16:31
aktualisiert: 17. Januar 2022 17:53
Anzeige