«Das ist ja peinlich»

Eltern haben sich früher für Roger Federer geschämt

8. Juli 2020, 17:30 Uhr
Tennis-Legende Roger Federer spricht während der Spiele oft und gerne mit sich selbst. (Archivbild)
© Keystone/GEORGIOS KEFALAS
Tennis-Legende Roger Federer war nicht immer so ein Gentleman wie jetzt. Als Juniorspieler habe er jeden geschlagenen Ball selbst laut hörbar kommentiert, seine Eltern seien auf der Zuschauertribüne deshalb «fast ausgerastet», sagte der 38-Jährige dem «Zeitmagazin».

Sie hätten zu ihm gesagt: «Wenn du so weitermachst, kommen wir nicht mehr mit dir auf Tour, das ist ja peinlich.»

Nachdem der Rekord-Grand-Slam-Sieger nach einer Niederlage im Jahr 2001 seinen Schläger zertrümmert hatte, sei ihm klar geworden: «So, jetzt ist fertig, so kann ich mich nicht mehr verhalten.» Federer liess sich von einem Psychologen beraten. «Das war ein extrem langwieriger Prozess. Erst zwei Jahre später habe ich wirklich gewusst, wie ich mich auf dem Platz verhalten muss, um einerseits nicht zu gleichgültig und andererseits nicht immer gleich auf 180 zu sein», sagte der zwanzigfache Grand-Slam-Champion.

Eines aber habe er sich nicht abgewöhnt: Selbstgespräche während seiner Spiele. «Man muss manchmal mit sich selber reden, um sich abzulenken, um sich neu zu konzentrieren. Manchmal muss man hart mit sich selbst ins Gericht gehen.» Tennis sei die einsamste Sportart, so Federer.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Juli 2020 16:53
aktualisiert: 8. Juli 2020 17:30