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Wimbledon

Liebe auf den ersten Blick

28. Juni 2021, 13:13 Uhr
Belinda Bencic und das Tennisspiel auf Rasen - das war Liebe auf den ersten Blick. Sie freut sich über die Rückkehr nach Wimbledon, unter Druck setzen will sich die Weltnummer 11 aber nicht.
Beinda Bencic und Rasen - das passt bestens zusammen
© KEYSTONE/EPA/CLEMENS BILAN

Belinda Bencic nimmt auf dem Stuhl Platz, hinter ihr die Farben - violett und grün - und das Logo von Wimbledon - und sie strahlt über das ganze Gesicht. Für jeden ist spürbar: Hier fühlt sie sich wohl. «Als ich das erste Mal auf einem Rasenplatz stand, war das Liebe auf den ersten Blick», bestätigt sie diesen Eindruck.

Die natürlichste Unterlage

Sie hat auch eine Erklärung dafür. «Es ist die Unterlage, die mir natürlich entgegen kommt», begründet sie. «Ich muss hier am wenigsten dafür machen, dass ich mich wohl fühle, mein Spiel am wenigsten anpassen.» Das hat natürlich auch mit den Erfolgserlebnissen zu tun. 2013 gewann Bencic als zweite Schweizerin nach Martina Hingis das Juniorenturnier von Wimbledon, zwei Jahre später feierte sie beim 500er-Turnier in Eastbourne auf Rasen ihren ersten WTA-Titel. «Die Gefühle waren von Anfang an positiv und wurden so natürlich immer noch positiver.»

Bei den Profis hat es mit dem grossen Durchbruch in Wimbledon trotz bester Veranlagungen aber noch nicht geklappt. Ihre besten Grand-Slam-Resultate holte Bencic stattdessen am US Open mit dem Halbfinal 2019 und dem Viertelfinal 2014. An der berühmten Church Road im Südwesten Londons stehen lediglich zwei Achtelfinals (2015 und 2018) zubuche. Vor drei Jahren scheiterte sie nach starker Partie an der späteren Siegerin Angelique Kerber.

In diesem Jahr ist Bencic als Nummer 9 so hoch gesetzt wie noch nie. Mit übertriebenen Erwartungen belasten will sie sich aber nicht. «Bei den Frauen kann derzeit wirklich Jede Jede schlagen», warnt sie. Sie wolle erst einmal einfach die 1. Runde - am Dienstag gegen die Slowenin Kaja Juvan (WTA 102) - gewinnen.

Das Gefühl ist aber - wie könnte anders sein - einmal mehr sehr gut. «Es war ein super Start in die Rasensaison», findet die Ostschweizerin. «Es ist immer gut, wenn man gleich eine Bestätigung erhält.» Diese gab es mit der Finalqualifikation beim neuen Turnier in Berlin vor gut einer Woche.

Zuschauer als grosses Plus

Vieles ist auch für Bencic neu in diesem Jahr. «Es ist natürlich vieles anders als sonst in Wimbledon», erzählt sie. «Aber ich habe mich mittlerweile an das Leben in der Bubble gewöhnt. Und hier ist alles mega gut organisiert.» Sie sei einfach froh, dass sie nach einem Jahr Unterbruch wieder hier sein könnten. Und etwas ist der auf dem Platz stets emotionalen Schweizerin wichtig. «Es hat Zuschauer, das hat für mich Priorität und darüber bin ich mega froh.»

Begleitet wird sie derzeit nicht von Ihrem Vater Ivan, sondern von ihrem Freund und Fitnesstrainer Martin Hromkovic, der die Sandsaison wegen Prüfungen verpasste. Als Coaches in England sind der Deutsche Sebastian Sachs, mit dem Bencic längerfristig plant, und der Amerikaner John Evert.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. Juni 2021 13:10
aktualisiert: 28. Juni 2021 13:13