Anzeige
FC Luzern

Zweikämpfe, wir brauchen Zweikämpfe!

Philipp Breit, 21. August 2021, 05:53 Uhr
«Eier, wir brauchen Eier!» sagte einst Oliver Kahn. Dieses Zitat passt aktuell auch ganz gut zum FC Luzern. Wobei man bei den Luzernern auch sagen könnte «Zweikämpfe, wir brauchen Zweikämpfe». Insbesondere im Duell am Sonntag gegen Servette.
Die Luzerner müssen wieder bissiger werden in den Zweikämpfen.
© KEYSTONE/Christian Merz

Es waren teilweise erschreckend harmlose Auftritte des FC Luzern in dieser Saison. So richtig überzeugt haben die Luzerner gerade einmal während knapp 60 Minuten gegen YB. Das war im ersten Saisonspiel. Seither lässt der FCL vor allem eines vermissen: Mentalität! «Ich würde nicht sagen, dass die Mentalität fehlt», widerspricht Patrick Farkas. «Aber es fehlen auf jeden Fall überall ein paar Prozent. Sei es in den Zweikämpfen oder auch in der Kommunikation. Jeder Spieler weiss, dass er noch eine Schippe drauflegen kann.»

Fehlen die Leaderfiguren?

Der letzte Biss, der Ehrgeiz, von Anfang an den Gegner zu beherrschen, lässt der FCL bislang vermissen. Doch waren es genau solche Tugenden, welche die Mannschaft von Fabio Celestini zuletzt ausgezeichnet hat. Mit Christian Schwegler und Dave Zibung haben zwei Leader die Mannschaft verlassen. Mit Marius Müller und Pascal Schürpf fehlen aktuell verletzungsbedingt zwei Leader, die die Mannschaft so sehr zu vermissen scheint. Auch am Sonntag gegen Servette werden Müller und Schürpf fehlen. Genauso wie Samuel Alabi, Tsiy Ndenge, Samuele Campo und der gesperrte Marvin Schulz. Er sitzt seine letzte Spielsperre ab. Doch wer füllt die Leader-Lücke? Bislang trat keiner aus der Mannschaft hervor, um diese Lücke zu schliessen. Ausser vielleicht Filip Ugrinic. Mit 22 Jahren bereits ein bemerkenswert starker Anführer auf dem Feld.

Zuerst Zweikämpfe, dann kommen Plan und Idee

Wenn man nicht über das Spielerische in ein Spiel findet, so müsste zumindest das Kämpferische überzeugen. Denn was aktuell fehlt, ist vermeintlich einfach. «Zweikämpfe sind Punkt Nummer 1 um ein Resultat zu machen», so Celestini. «Nachher kommt Qualität, kommt die Idee, kommen viele weitere Punkte. Aber zuoberst sind immer die Zweikämpfe. Denn ein Plan funktioniert nicht ohne Zweikämpfe. Und Zweikämpfe heisst nicht, nur zu verteidigen. Zweikämpfe heisst auch, seine Duelle in der Offensive zu gewinnen».

Doch wie kommt es, dass ausgerechnet die Mentalität, die Einstellung, die Motivation zu fehlen scheint? Das sind Punkte, die jeder Spieler von Natur aus mit sich bringen kann. «Natürlich ist es nicht ganz einfach, wenn der Erfolg ausbleibt, Mentalität auf den Platz zu bringen», betont Farkas. Er beteuert aber, dass die Mannschaft genau an diesen Punkten unter der Woche gearbeitet hat. «Da sind auch mal in den Trainings ein paar Wortgefechte ausgetragen worden. Aber das gehört dazu. In der Kabine sind wir dann Mann genug und man sagt sich Sorry und es ist gegessen. Aber genau das brauchen wir jetzt.»

Brauchen tut der FCL auch dringend Punkte. «Weniger für die Tabelle, mehr für den Kopf», so Celestini. «Letzte Saison hatten wir nach 6 Runden auch erst zwei Punkte und am Schluss haben wir noch um Rang 2 gekämpft und haben den Cupsieg geholt. Es ist immer noch alles möglich. Aber ein Sieg für das Selbstvertrauen wäre sehr wertvoll.»

Und diesen Sieg will der FCL am Sonntagnachmittag auswärts in Genf holen. Das Spiel gegen Servette beginnt um 16.30 Uhr und kann auf Radio Pilatus oder in unserem Liveticker verfolgt werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. August 2021 15:39
aktualisiert: 21. August 2021 05:53