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Alarmierende Studie

Das häufigste Schweizer Passwort? Spoiler: Genau, was du denkst

19. November 2021, 16:10 Uhr
Welches ist das häufigste Schweizer Passwort? Die Antwort ist besorgniserregend. Aber es ist auch erheiternd, was unter den Top 20 zu finden ist, schreibt die «Aargauer Zeitung»
Eine Studie zeigt, wie schwach die meistverwendeten Passwörter sind.
© Getty

Es gibt für alles eine App. Und viele Apps haben ein Passwort. Natürlich gibt es fürs Passwort-Verwalten wieder Apps. Wie Dashlane, Lastpass oder Nordpass. Letzterer Passwort-Manager hat erhoben, welches die beliebtesten Passworte in der Schweiz sind. Wir blenden jetzt mal aus, dass es beunruhigend ist, dass das Unternehmen dies überhaupt erheben konnte. Jedenfalls ist das häufigste Passwort 123456, gefolgt von 123456789 und 12345. Tja. Das kommt davon, wenn man online kaum noch ohne eigenes Konto einkaufen kann. Man tippt stupide Kennwörter ein. Platz vier: «password». Es folgen wieder Längen-Variationen von 123. Diese simple Zahlenabfolge ist übrigens auch in 43 von 50 anderen untersuchten Ländern auf Platz eins, berichtet die «Aargauer Zeitung».

Platz 7 in der Schweiz: qwerty. Sie kennen das Wort nicht? Es sind die sechs Tasten in der obersten Reihe auf der Tastatur von links gesehen. Weiter sind unter den Top-20-Passwörtern zu finden: «abc123», «111111», «000000», «hallo» und «daniel». Damit ist nun auch klar, welcher Vorname den Schweizerinnen und Schweizern als Erstes einfällt. Neben Daniel am häufigsten verwendet werden «andrea», «michael», «thomas» und «jessica».

Der Sportclub ist auch als Passwort beliebt

Nur wenig origineller wird es nach den top-20-Passwörtern: Wörter rund um die Themen Sport und Unterhaltung werden häufig verwendet. Dazu ­gehö­ren «barcelona», «Juventus», «eminem», «fcbasel» und «pokemon».

Frauen und Männer nutzen unterschiedliche Passwörter häufiger. Überraschend sind sie nicht: Deutlich mehr Frauen wählen «iloveyou», Männer dafür eher Schimpfwörter. Die Männer scheinens sonst nicht so mit den Wörtern zu haben, unter den ersten zehn ist ausser Zahlen lediglich «password», wenn man die Geschlechter separat betrachtet. Bei den Frauen schafft es der US-Rapper Jadakiss auf Platz 10 – was vielleicht eher etwas über die Kundinnen von Nordpass aussagt als über Passwörter allgemein.

Eigentlich ist bei der Passwörterstudie nur eine Überraschung dabei: «yuantuo» auf Platz 9 der Schweizer Top-Passwörter. Das Wort ist vermutlich eine schweizer Lautmalerei des Englischen one, two – eins, zwei.

Wir sind immer länger online – aber zu sorglos

Die Studie zeige laut Nordpass, wie schwach die meistverwendeten Passwörter seien und wie schnell Hacker sie demnach knacken könnten. Insgesamt könnten in der Schweiz 130 der 200 häufigsten Passwörter in weniger als einer Sekunde geknackt werden. «Leider werden Passwörter immer unsicherer, da die meisten Menschen leichtsinnig mit ihren Passwörtern umgehen und das Thema Online-Sicherheit auf die leichte Schulter nehmen», sagt Jonas Karklys, CEO von Nordpass. «Passwörter sind der Schlüssel zu unserem digitalen Leben. Gerade weil wir immer mehr Zeit online verbringen, wäre es wichtig, dass sich jeder und jede um seine Cybersicherheit kümmert.»

Sicherer wird ein Passwort, wenn die Wörter nicht selbst erdacht sind, sondern mit einem Passwort-Generator erstellt werden. Gespeichert werden können Sie in einem Passwort-Manager, damit man bei den rund hundert Konten eines modernen Menschen nicht die Übersicht verliert. Jedenfalls ist es unmöglich, sich alle Passwörter zu merken, wenn sie tatsächlich einzigartig und komplex sein sollen.

Ebenfalls sicherer werden die Onlinezugänge mit Multi-Faktor-Authentifizierungen: Das sind biometrische Authentifizierungen, SMS mit Codes oder Authentifizierungsapps. Falls man die Geduld dafür hat.

Quelle: Aargauer Zeitung
veröffentlicht: 19. November 2021 10:03
aktualisiert: 19. November 2021 16:10