Dry January

«Das könnte schwierig werden»: Ich verzichte einen Monat lang auf Alkohol

Mira Weingart, 4. Januar 2022, 18:01 Uhr
Dry January, ein alkoholfreier Januar, ist voll im Trend. Ist doch nichts dabei, einen Monat lang auf Alkohol zu verzichten. Oder? Ich trinke gerne Hugo zum Anstossen, mag Wein zum Essen und bestelle Wodka Soda an der Bar. Eigentlich trinke ich öfters, als mir das bewusst ist. Darum mache ich als Selbstexperiment beim Dry January mit.
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Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Ursprünglich stammt der Trend vom «Dry January» aus England. Die dort ansässigen Gesundheitsbehörden haben ihn eingeführt, in der Hoffnung, dass möglichst viele Leute mitmachen und ihrem Körper damit etwas Gutes tun. Mittlerweile ist dieser alkoholfreie Monat auf der ganzen Welt bekannt und hat dementsprechend viele Anhängerinnen und Anhänger. Die Vorteile des Alkoholverzichts sind bekannt: Man fühlt sich fitter, die Haut wird reiner, der Schlaf besser und die Leber kann sich erholen. Tatsächlich treten diese positiven Nebenwirkungen schon nach wenigen Wochen des Verzichts auf. Also, denke ich: Dann mache ich das jetzt auch.

Irgendwie normal, aber irgendwie doch viel

Ich habe noch nie bewusst auf Alkohol verzichtet. Mein Konsum liegt wohl etwa im Durchschnitt einer 25-jährigen Person. Ich trinke an den Wochenenden, meistens im Zusammenhang mit Ausgang. Aber wenn ich dann unter der Woche mal eine Freundin treffe, gibt es ja auch meistens ein Glas zum Anstossen. Aber ich bin auch total entspannt, wenn ich mehrere Tage keinen Alkohol um mich habe. Also irgendwie normal. Aber irgendwie ja doch viel. Darum bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Experiment unterschätze. Weil wie ist es dann im Ausgang, mehrere Stunden zu jedem angebotenen Drink «Nein» sagen zu müssen? Und wo findet man in der Getränkekarte schon wieder den Teil mit den alkoholfreien Cocktails? Das könnte schwierig werden.

Übrigens war ich am 3. Januar bei einer Geburtstagsparty eingeladen und hatte das Proseccoglas bereits in der Hand. Da ist mir aufgefallen, wie stark der Alkoholkonsum auch einfach eine Gewohnheit ist. Und zudem noch eine gesellschaftlich akzeptierte Gewohnheit. Es nimmt mich darum nicht nur wunder, ob ich durchhalte. Sondern auch, welche Reaktionen ich darauf erhalte, wenn ich sage: «Nein danke, ich trinke gerade keinen Alkohol».

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Januar 2022 18:01
aktualisiert: 4. Januar 2022 18:01
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