Maikäfer

In diesen Zentralschweizer Gemeinden hat es besonders viele Maikäfer

25. Mai 2022, 13:54 Uhr
Er fliegt nicht jedes Jahr aus, aber wenn, dann brummts ordentlich: Der Maikäfer wird zunehmend zu einem Problem – nicht nur für gemütliche Grillabende. Wir sagen dir, welche Regionen dieses Jahr besonders betroffen sind.
Maikäfer Thumb Engerling
© Getty Images

Es könnte ein gemütlicher Grillabend mit der Familie oder Freunden im Garten sein, wären da nicht diese Brummer, die einem um die Ohren fliegen: Maikäfer.

In manchen Jahren streifen sie schwarmweise über Wiesen, Wälder und Hecken und werden zu einer Plage. In anderen Jahren bleibt es ruhig. Warum?

Der Zyklus des Maikäfers

«Je nach Region gibt es solche Plagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten», erklärt Linda Riedel, Beraterin im Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung Luzern. «Maikäfer einer Region leben meist im gleichen Zyklus.» Das heisst: Alle Käfer einer Region fliegen gleichzeitig aus.

Anhand dieser Übersicht siehst du, ob dein Zentralschweizer Kanton dieses Jahr von einer Maikäferplage betroffen ist.

Uri: In der Zentralschweiz gibt es im Kanton Uri mit Abstand am meisten Maikäfer. Letztes Jahr sind sie ausgeflogen, die nächsten Jahre sollte es deshalb ruhig bleiben.

Nidwalden: In Nidwalden fliegen Maikäfer dieses Jahr aus.

Luzern: Im Kanton Luzern gibt es nicht besonders viele Maikäfer. Hier fliegen sie zudem erst nächstes Jahr aus.

Schwyz, Obwalden, Zug: In diesen Zentralschweizer Kantonen gibt es nur wenige Maikäfer.

Ein solcher Zyklus dauere drei bis fünf Jahre von der Eiablage bis zum Schlüpfen der neuen Generation. «Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie als sogenannte Engerlinge, so wird die Käferlarve bezeichnet, unter der Erde.»

Sind die Larven geschlüpft, geht es für die Insekten auf ihre letzte Reise und sie fliegen aus. Deshalb gebe es auch nur alle drei bis fünf Jahre auffallend viele Maikäfer, so Riedel. Nach sechs bis sieben Wochen «Flugzeit», sterben die Männchen nach der Begattung, die Weibchen nach der Eiablage. Warum sich die Zyklen von Region zu Region unterscheiden, sei nicht ganz klar.

Warum der Käfer ein Problem ist

Mit dem Wachstum der Tiere kommt auch der Appetit, und der ist gross. Besonders beliebt bei den Käfern sind die Blätter der Obstbäume, so Riedel. «Als Schwarm kann der Maikäfer ganze Obstbäume zerstören.» Ein weitaus grösseres Problem sei aber der Wurzelfrass der Käferlarven. «Die Larven verursachen grosse Schäden in Wiesen, Acker sowie an Obstbäumen.»

Massnahmen zur Bekämpfung der Maikäfer

Das Problem habe sich in den vergangenen Jahren gar noch verschärft, sagt Giselher Grabenweger, der Forschungsgruppe «Ackerbau» bei agroscope, dem Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung. «Die Maikäfer haben sich in den letzten Jahren schweizweit vermehrt.» Somit wurden auch mehr Schäden gemeldet.

«Um die Menge an Maikäfern zu reduzieren, kämpft die Landwirtschaft mithilfe eines Pilzes, der in den Boden eingepflanzt wird, gegen die Larven an.» Es sei eine biologische Art der Bekämpfung, die sich in den letzten Jahren bewährt habe. «Der Pilz ist sehr spezifisch und beschädigt somit auch keine anderen Lebewesen.»

Ausserdem stehen die Käferlarven auf dem Speiseplan einiger Tiere. Gefressen werden sie zum Beispiel von Fledermäusen, Igeln, Maulwürfen oder Krähen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. Mai 2022 09:42
aktualisiert: 25. Mai 2022 13:54
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