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Umstrittene Pläne

Betrieb des geplanten Luzerner Kantonsmuseums wird teurer

19. Juli 2021, 15:29 Uhr
Das vom Kanton Luzern geplante Museum für Natur, Gesellschaft und Geschichte im Zeughaus Musegg wird teurer. Der Betrieb würde sich gemäss aktuellen Berechnungen gegenüber den beiden heutigen kantonalen Museen in der Kleinstadt um 1,8 Millionen Franken auf 6,4 Millionen Franken erhöhen.
Der Kanton Luzern will das alte Zeughaus auf der Musegg in ein Museum umfunktionieren. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Im Januar 2021, als der Kanton den neuen Standort Zeughaus Musegg vorgestellt hatte, war er noch von jährlichen Betriebskosten von 5,9 Millionen Franken ausgegangen. 2020 kostete der Betrieb des historischen Museums und des Natur-Museums zusammen 4,6 Millionen Franken.

Die Kantonsregierung nahm am Montag zu mehreren Anfragen aus dem Kantonsparlament zum Zusammenschluss und zur Verlegung der kantonalen Museen Stellung. Die Mehrkosten begründete er damit, dass das geplante Museum im Zeughaus Musegg 790 Quadratmeter mehr Fläche benötigen würde, um funktionieren zu können, als zunächst angenommen.

Unverändert bleiben die errechneten Investitionskosten im Zeughaus Musegg in der Höhe von 35 bis 37 Millionen Franken. Der Regierungsrat, die Kantonsregierung von Luzern, weist darauf hin, dass auch am alten Standort mindestens 13 Millionen Franken investiert werden müssten. Dies würde sich am alten Standort ebenfalls auf die Kosten auswirken.

Von Sparziel verabschiedet

Ursprünglich war vorgesehen, durch die Zusammenlegung des Historischen und des Natur-Museums zu einem Museum für Natur- Geschichte und Gesellschaft jährlich 0,8 Millionen Franken einzusparen. Von diesem Ziel hat sich der Regierungsrat aber verabschiedet.

Die Ausstellungsfläche in den beiden heutigen Museen beträgt 2'480 Quadratmeter, im Zeughaus werden es noch 1'775 Quadratmeter sein. Die kleinere Ausstellungsfläche soll mit neuen Vermittlungsformen kompensiert werden, wie die Regierung festhielt.

Umstrittene Pläne der Kantonsregierung

Nachdem die Museen aus ihren heutigen Standorten am Kasernenplatz und der Pfistergasse ausgezogen sind, soll dort das heute auf vier Standorte verteilte Kantonsgericht einziehen. Die heutigen Museumsgebäude eignen sich nahezu optimal als Gerichtsgebäude, erklärte der Regierungsrat.

Die Pläne der Kantonsregierung sind umstritten. In der Stadt wird befürchtet, dass die Kleinstadt durch den Wegzug der Museen und die Schaffung einer «Gerichtsmeile» an Attraktivität verlieren könnte. Der erhöhte Standort des Zeughauses auf der Musegg wird von Kritikern als zu abgelegen und zu wenig gut zugänglich betrachtet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Juli 2021 10:20
aktualisiert: 19. Juli 2021 15:29