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Neues Luzerner Museum

Das sind die Ideen für das neue Museum – Standort weiterhin unklar

26. August 2021, 19:57 Uhr
Das geplante neue Luzerner Museum, das aus dem Historischen und dem Natur-Museum entstehen soll, will ein breiteres Publikum erreichen. Der Regierungsrat hat am Donnerstag das angepasste Konzept präsentiert, das er nun erneut in die Vernehmlassung schickt. Die Standortfrage aber ist weiter unklar.
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Quelle: Tele1

In der Vernehmlassung zum Zusammenschluss der kantonalen Museen Anfang Jahr seien 536 Stellungnahmen eingegangen. Das zeuge von hohem Interesse, sagte der Luzerner Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) am Donnerstag vor den Medien.

Allerdings hätten zwei Punkte für Kritik gesorgt. Einerseits hätten viele Rückmeldungen ein detailliertes Museumskonzept vermisst. Anderseits sei auch der Standort im alten Zeughaus auf dem Musegghügel bemängelt worden.

Zur Standortfrage äusserte sich Schwerzmann nicht näher. Er möchte diese zwar so schnell wie möglich geklärt haben, zumal dies auch wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts sei. Der Zusammenschluss der beiden Häuser hänge aber nicht davon ab.

Neue Erzählwege

Mehr Informationen gab es dazu, wie das künftige Museum inhaltlich daher kommen soll. Direktorin Almut Grüner stellte das 25-seitige Museumskonzept vor. Die künftige Struktur sieht neben einem Haupthaus ein Kulturgüterzentrum, ein Zentrum für innovative Vermittlung und ein mobiles Museum vor.

Grüner hielt fest, der Auftrag verändere sich nicht, man wolle aber innovative Wege gehen und dazu aus dem Museum hinaus gehen. Im Vergleich zum bemängelten Grobkonzept solle die geplante interdisziplinäre Kernausstellung nicht mit Themeninseln sondern mit Erzählwegen gestaltet werden, etwa unter dem Titel «Stadt, Land, See», «Verborgene Geschichte(n)» oder «Pilatus, Gotthard, Rigi». Dabei sollen auch Zukunftsperspektiven miteinbezogen werden.

Weiter habe man die einst geplanten Aussenstellen des Museums durch die Idee eines mobilen Museums ersetzt, das an verschiedenen Orten ausserhalb der Stadt zum Einsatz kommen könnte. «Wir sind auf der Landschaft noch nicht so stark präsent», sagte Grüner.

Kindergeburtstage, Demente, Touristen

Weiterentwickeln wolle man die Theatertouren, neu entstehen sollen Angebote für Kinder, etwa für Kindergeburtstage, sowie für Menschen mit Demenz. «Wir sehen die Museen in einer sozialen Verantwortung», sagte Grüner. Auch beim Thema Klima wolle man eine Vorreiterrolle einnehmen. Im Auge habe man zudem Touristen, die durch die Erzählwege ein Bild der Region erhalten könnten.

Der Regierungsrat beurteile das Konzept als innovativ und überzeugend. Es sei «sehr viel wert», sagte Schwerzmann. Das Publikum werde «in vielfältigen Formen aktiv» einbezogen. Die Ausstellungen der beiden Museen seien sowieso renovationsbedürftig. Der Betrieb des neuen Museums bezifferte die Regierung auf 6,4 Millionen Franken. Er ist mit dem bestehenden Personalbestand geplant.

Die Vernehmlassung für das nun vorliegende neue Konzept dauert bis 7. Oktober. Die nötige Änderung des Kulturfördergesetzes dürfte im Frühling 2022 in den Kantonsrat kommen. Über ein allfälliges Bauprojekt am Standort Zeughaus Musegg wird er laut Vernehmlassungsbotschaft frühestens 2024 befinden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. August 2021 19:06
aktualisiert: 26. August 2021 19:57