«Roses In The Snow»

Emmylou Harris wird auch mit 75 nicht müde

27. März 2022, 08:22 Uhr
Ob es um Bürgerrechte geht, um einen Hund oder die Liebesbekundung für ein Enkelkind – Emmylou Harris lässt in ihren Songs kaum ein Thema aus. Die für ihre Textvielfalt und tiefgreifenden Gedanken bekannte Singer-Songwriterin feiert am 2. April ihren 75. Geburtstag – und will der Welt der (Country-)Musik auch weiterhin erhalten bleiben. Ihr Tournee-Kalender ist zumindest bis Januar 2023 prall gefüllt, allerdings bleiben die Auftritte zum Leidwesen ihrer europäischen Fans auf die USA beschränkt.
ARCHIV - Die US-amerikanische Country- und Folk-Sängerin Emmylou Harris steht zum Start ihrer Deutschland-Tournee im Tempodrom auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/dpa
© Keystone/dpa/Britta Pedersen

Die aus Birmingham im US-Bundesstaat Alabama stammende Musikerin beherrschte im Verlauf einer über 50 Jahre dauernden Laufbahn oft die Country-Charts ihrer Heimat. Insgesamt brachte sie es auf mehr als 50 Hits. Zuletzt erschien in diesem Jahr ihr Album «Emmylou Harris and the Nash Ramblers», ein verloren geglaubter Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1990.

Die am 2. April 1947 geborene Harris durchlief eine fast schon klassische Country-Karriere: Gitarrespiel als Teenager, Auftritte in Clubs, ein erstes eigenes Album («Gliding Bird», 1970), drei Ehen mit einem Songwriter und zwei Musikproduzenten. Doch trotz der privaten Turbulenzen kam die Karriere voran.

1975 produzierte Harris ihr zweites Soloalbum «Pieces Of The Sky», dessen ausgekoppelte Single «If I Could Only Win Your Love» es in die Top Ten schaffte und ihr zum Durchbruch verhalf. Mit den Country-Stars Rodney Crowell und Ricky Skaggs sowie mit dem britischen Gitarren-Virtuosen Albert Lee kamen dann die nächsten Alben «Elite Hotel» und «Luxury Liner».

An «Elite Hotel» ging der erste von über einem Dutzend Grammys für ihre Musik. 1980 erschien dann das Bluegrass-Album «Roses In The Snow», das von vielen Fans als ihr bestes Werk überhaupt angesehen wird. Und der Weg nach oben ging weiter. Mit einer völlig neuen Idee machte Harris 1985 auf sich aufmerksam, als sie die Country-Oper «The Ballad Of Sally Rose» komponierte und herausbrachte.

Die Sängerin, oft als «das schöne Gesicht der Countrymusik» bezeichnet, war aber nicht nur alleine auf der Bühne. Vielmehr war sie eine überaus gefragte Duett-Partnerin. Die Liste der Country-Promis, mit denen sie auftrat oder zusammenarbeitete, liest sich wie ein «Who is Who» der grossen Namen: Johnny Cash, June Carter, Don Williams, John Denver gehörten dazu, ebenso die nicht unbedingt als waschechte Country-Musiker angesehenen Gram Parsons, Roy Orbison oder Neil Young.

Aber auch Trios gehörten zu ihrem Geschäft, wie das 1987 mit Linda Ronstadt und Dolly Parton produzierte Album «Trio» zeigte, dem 1999 «Trio II» folgte. Die drei Powerfrauen der Country-Musik erhielten dafür 2019 ihren Stern am «Hollywood Walk of Fame». In den Jahren danach folgte ein Wandel - Harris entfernte sich immer mehr vom klassischen Country-Sound, probierte Folk und auch Rock aus, näherte sich dem Alternative Country.

Doch selbst dieser neue Weg und das fortschreitende Alter hielten sie nicht von grossen Erfolgen ab. Der Höhepunkt kam dann 2008, als Emmylou Harris in die «Country Music Hall of Fame» aufgenommen wurde. 2018 wurde sie mit einem 14. Grammy für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Und ein Ehrendoktorat des renommierten Berklee College of Music in Boston (2009) ist nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr diese begnadete Sängerin in der Musikwelt geschätzt und verehrt wird.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. März 2022 08:22
aktualisiert: 27. März 2022 08:22
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