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Challenge

40 Tage ohne Zucker – Eine Halbzeit-Bilanz

Chantal Herger, 14. März 2021, 18:14 Uhr
Am Aschermittwoch beginnt jeweils die Fastenzeit. Für mich die Zeit, in der ich verzichte: Auf Schokolade, Chips und seit ein paar Jahren auch auf Alkohol. Doch dieses Jahr ging ich noch einen Schritt weiter: Ich lebe während 40 Tagen zuckerfrei. Eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Eine Halbzeit-Bilanz.
Kaffee ohne Zucker zu trinken, kostete mich Überwindung.
© GettyImages

Der Entscheid war schnell gefällt: Eine Nidwaldner Kollegi-Schülerin suchte für ihre Maturaarbeit Personen, die während der Fastenzeit, also während 40 Tagen, komplett auf Zucker verzichten wollten. Spannend dachte ich und war davon überzeugt, dass der Schritt zu einer zuckerfreien Ernährung nicht wahnsinnig gross werden würde und sich die verbotenen Nahrungsmittel nicht wesentlich von meiner bisherigen Verzichtsliste unterscheiden würde (Spoiler: Falsch gedacht). Ich hielt kurz Rücksprache mit meinem Partner, weil alleine wollte und würde ich das wohl nicht durchziehen. Er stimmte ohne Zögern zu. Das Abenteuer zuckerfrei konnte beginnen.

Während der Fastenzeit soll ich auf folgende Arten des Zuckers verzichten: Invertzucker, Saccharose, Malzzucker, Maltodextrin, Glukose (inkl. Glukosesirup), sowie Fructose, ausgenommen Früchte in natürlicher Form.

Je unverarbeiteter, desto weniger Zucker

Als erstes informierte ich mich also, welche Lebensmittel denn nun noch erlaubt sind. Weil, erstaunlicherweise versteckt sich immer wieder an einem unbekannten Ort Zucker. Meine Erkenntnis: Je unverarbeiteter, desto besser. Wenn ich alles selber und frisch koche, habe ich die Kontrolle über den beigefügten Zucker – in diesem Fall keinen! Womit wir bei der ersten Herausforderung angelangt sind: Selber und frisch kochen. Das ist ganz schön aufwändig. Natürlich haben wir bis anhin viel selber gekocht: Doch ab und zu gab es dann halt doch gekaufte Pizza, Kebap, Sandwich oder Salat. Deshalb haben wir dann für die erste Woche einen Essensplan erstellt, Rezepte ausgesucht und Einkaufzettel geschrieben. Und sind jeden Abend lange in der Küche gestanden, um dann für die nächsten Tage etwas fürs Mittagessen zu haben. Wenn man gerne kocht und das gemeinsame Kochen geniesst, ist das ganz schön. Doch es kam trotzdem ab und zu vor, dass wir zuhause waren und uns ein schnelles Menü gewünscht hätten. Unser Favorit für ein schnelles Abendessen: Omelette, die man beliebig füllen kann.

Alltäglicher Blick auf die Zutatenliste

Herausfordernd war auch das Einkaufen. Der automatische Griff ins Regal zu solchen Produkten, die man kennt und gern hat, wurde durch das Drehen des Lebensmittels ergänzt. Der Blick auf die Zutatenliste wurde für uns Alltag. Stand da etwas von Zucker, Glukose oder Dextrose legten wir das Produkt zurück. Dafür landete noch mehr Obst und Gemüse als sonst in unserem Einkaufskorb und ausserdem ganz viel Nüsse. Denn bisher bestand meine Ersatzdroge für Schokolade während der Fastenzeit aus Dörrfrüchten. Dies war nun nicht mehr erlaubt. Dafür snacke ich nun regelmässig Nüsse aller Art.

Auswirkungen auf meinen Körper, wie Kopfschmerzen, habe ich bisher noch keine gespürt. Dies erkläre ich mir damit, dass ich bisher auch nicht wahnsinnig ungesund gelebt habe. Ich trinke selten bis nie Süssgetränke, esse selten Convenience-Produkte. Einzig bei Süssigkeiten sündige ich oft. In der dritten Fastenwoche hatte ich dann auch eine Krise, weil ich grosse Lust auf Schokolade hatte. Stattdessen gab es dann eine Frucht oder Nüsse. Am schlimmsten war für mich jedoch, den Kaffee ohne Zucker trinken zu müssen. Langsam habe ich mich daran gewöhnt, bis auf den ersten Schluck, den mag ich immer noch nicht.

Da ich mir gewohnt bin, in der Fastenzeit zu verzichten, habe ich auch kaum Mühe, wenn Personen mir Schokolade anbieten und ich dann sagen muss: «Nein danke, ich faste.» Noch sind es drei Wochen bis Ostern, bis dahin übe ich mich weiterhin in Verzicht.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. März 2021 18:14
aktualisiert: 14. März 2021 18:14