Geheimnis gelüftet

Apple bringt neue Uhr für Abenteurer und iPhone mit Satelliten-Verbindung

8. September 2022, 08:23 Uhr
Apple will seine Position im Geschäft mit Computer-Uhren mit einer grösseren Modellpalette ausbauen. Die am Mittwoch vorgestellte Apple Watch Ultra ist grösser und robuster als bisherige Versionen. Zudem wartet das iPhone 14 mit einer Neuheit auf.
Die Apple Watch Ultra ist grösser und robuster als bisherige Versionen – und kann auch mit einem Handschuh bedient werden.
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Mit ihr nimmt Apple speziell Extremsportler und Abenteurer ins Visier, die bisher von Spezialisten wie Garmin angesprochen werden. Dank einer grösseren Batterie soll die Watch Ultra 36 Stunden ohne Aufladen laufen – und mit aktivierten Stromspar-Einstellungen auch bis zu 60 Stunden.

Ein zusätzlicher grosser Knopf soll auch mit Handschuhen leicht zu bedienen sein.

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Alle Versionen der Uhr bekommen standardmässig eine Mobilfunk-Verbindung eingebaut. Ein zusätzlicher grosser Knopf soll auch mit Handschuhen leicht zu bedienen sein, was zum Beispiel Tauchern hilft. Mit einem Preis von 799 Dollar in den USA wird die Ultra-Uhr etwas teurer als bisherige Modelle.

Watch soll automatisch Notruf absetzen

Die konventionelle neue Apple Watch 8 bekommt zwei Sensoren, die die Körpertemperatur messen. Neue Bewegungssensoren können Autounfälle erkennen, damit die Uhr automatisch Rettungsdienste alarmieren kann. Die Watch erkennt unter anderem einen Frontal- oder Seitenaufprall sowie einen Überschlag. Die Uhr wertet dafür auch die Umgebungsgeräusche aus.

Apples Uhren mit Mobilfunk-Chip werden erstmals auch Roaming unterstützen. Bisher war die Anbindung ohne ein verbundenes iPhone auf die nationalen Grenzen beschränkt. Die günstigere Watch SE, die oft für Kinder oder ältere Verwandte gekauft wird, bekommt den gleichen neuen Chip wie die Watch 8.

Neues iPhone greift auf Satellit zu

Apple lässt seine neuen iPhone-Modelle erstmals Notfall-Nachrichten direkt per Satellit absetzen. Es ist eine Funktion, die Leben retten kann, wenn Menschen in Gegenden ohne Mobilfunk-Empfang in Gefahr geraten. Im Moment benötigt man dafür spezielle Satelliten-Telefone mit grösseren Antennen.

Apple lässt seine neuen iPhone-Modelle erstmals Notfall-Nachrichten direkt per Satellit absetzen.

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Apple integrierte ein hauseigenes System zur Verbindung mit Satelliten dagegen beim neuen iPhone 14 in die herkömmlichen Gehäusegrössen. Allerdings bleibt die Verbindung eine technische Herausforderung, wie der Konzern bei der Präsentation betonte. So müsse das iPhone direkt auf den Satelliten gerichtet sein, und die Übermittlung kann einige Sekunden oder mehrere Minuten dauern.

Funktion zunächst nur in USA und Kanada

Da die Satelliten nicht mit blossem Auge sichtbar sind, bekommen die Nutzer Hilfe zur Ausrichtung der Geräte mit einer Grafik auf dem Bildschirm. Die Funktion wird zunächst nur in den USA und Kanada verfügbar sein und für Käufer eines iPhone 14 die ersten zwei Jahre kostenlos sein.

Der Bildschirm kann beim neuen iPhone ständig anbleiben.

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In einem radikalen Schnitt werden die US-Versionen des iPhone 14 zudem gar keinen Schacht für eine physische SIM-Karte haben, sondern setzen komplett auf eine umprogrammierbare eSIM.

iPhone wird teurer

Die teureren Pro-Modelle des iPhone 14 bekommen unter anderem einen verkleinerten Ausschnitt auf dem Display für Selfie-Kamera und Gesichtserkennung. Der Bildschirm kann zudem ständig anbleiben. Das schafft zum Beispiel neue Möglichkeiten für Anwendungen auf dem Homescreen, die Informationen in Echtzeit anzeigen – zum Beispiel Live-Stände bei Sportereignissen.

Beim neuen iPhone 14 Pro wird der «Notch» zur Insel im Display.

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Quelle: sda
veröffentlicht: 7. September 2022 20:55
aktualisiert: 8. September 2022 08:23