Zwischenbilanz

Apéro mit Wasser und bei Süssem wegschauen: So geht es mit dem Zuckerfasten

Chantal Herger, 7. April 2022, 09:08 Uhr
Mehr als die Hälfte meines Zuckerfasten-Experiments ist bereits geschafft, aber die nächste Woche wird nochmals hart. An das Glukose-Pflaster habe ich mich gewöhnt, doch auswärts essen und zur Schau gestellte Süssigkeiten stellen mich immer wieder auf die Probe.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

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Der Start in mein Experiment gelingt mir ganz gut. Ich wusste, was auf mich zukommt und so konnte sich mein Kopf lange psychisch darauf vorbereiten. Trotzdem merke ich in den ersten paar Tagen, wie dominant meine Gewohnheiten sind. Nach dem Mittagessen sagt mir mein Körper, dass er jetzt Lust auf Schokolade hätte. Ich widerstehe dem Drang, in dem ich Nüsse oder ab und zu eine Dattel esse.

Auch die allgemeine Menüplanung stellt mich vor Herausforderungen. Im vergangenen Jahr war aufgrund der Corona-Pandemie nicht viel los, daher hatte ich genügend Zeit zu kochen. Nicht aber dieses Jahr. Für die ersten zwei Wochen habe ich einen Menüplan erstellt, in der dritten Woche war dieser nur noch zur Hälfte gefüllt, nun habe ich es wieder aufgegeben und entscheide spontan, was ich esse. Hilfreich ist dabei, die Kühltruhe mit Gemüse gefüllt sowie Kartoffeln zu Hause zu haben.

Mein Büro fastet nicht mit

Schwieriger wird es aber, wenn ich unterwegs bin und auswärts essen. Ich muss mir dann genau überlegen, was ich mir nun bestellen kann: Salat mit Olivenöl und Essig zum Selberdarüber träufeln geht genauso wie Rösti mit Spiegelei.

Was mein Durchhaltevermöge zusätzlich auf die Probe stellt, ist, wenn mich im Büro Kuchen, Gipfeli und Schokolade erwarten. Ich mache dann einen grossen Bogen um die Theke und hole mir ein paar Nüsse. Und: Es gibt lustigere Situationen, als bei einem Apéro nur Wasser zu trinken. Aber da muss ich durch.

Höchster Wert nach Pasta

Was meine Erfahrungen mit dem Glukosemesssystem angeht: In den ersten paar Tagen habe ich fast im Zehn-Minutentakt meinen Wert gemessen. Ich musste ein Gefühl dafür entwickeln, um diesen einordnen zu können. Mein höchster Wert liegt übrigens bei 10,2 mmol/l, nach einem Mittagessen mit Pasta und Gemüsesosse. Inzwischen messe ich den Glukosespiegel vor und nach dem Essen und manchmal zwischendurch.

Während das Messen zur Gewohnheit wird, ist das Wechseln des Pflasters ungewohnt. Beim ersten Mal bin nervös. Ich lese die Anleitung nochmals durch, lege alles bereit und lass mich dabei filmen. Das Pflaster lässt sich nicht so einfach lösen, ich muss ein bisschen daran ziehen. Dann desinfizieren und das nächste Pflaster bereitlegen. Kurz Luft anhalten und das nächste Pflaster darauf drücken, ich spüre einen kleinen Stich. Aber alles halb so schlimm. Nach 14 Tagen muss ich das Pflaster ein weiteres Mal wechseln.

Die Schoggilust kommt zurück

Noch ein paar Tage liegen vor mir und ich merke: Es wird hart. Die vergangenen Tage plagte mich die Schoggilust wieder, die ich mit meinen Nüssen und frischen Früchten in den Griff zu kriegen versuchte. Durchhalten ist angesagt.

Über meine Erfahrungen habe ich auch mit meinem begleitenden Arzt Lukas Burget, Endokrinologe und Diabetologe am Kantonsspital Luzern, im Fokus gesprochen. Die Sendung siehst du hier:

Quelle: tele1

Wie die medizinischen Daten nach dem Experiment ausfallen und was sich verändert hat, zeigt sich dann bei meinem Arztbesuch Mitte April.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. April 2022 18:01
aktualisiert: 7. April 2022 09:08