Arzt erklärt

Deshalb ist Joggen bei eisiger Kälte gefährlich

Fabienne Engbers, 13. Januar 2021, 06:13 Uhr
Laufen ist gesund – bei Kälte aber nicht unbedingt. (Symbolbild)
© Getty Images
Es ist kalt, es ist rutschig, es liegt Schnee. Trotzdem wagen sich einige Hobbysportler auch jetzt in ihren wärmsten Sportsachen aus dem Haus und stürzen sich in die Bise. Joggen ist bei diesen Temperaturen jedoch nicht nur gesund.

Für die Bronchien sei Joggen in dieser Kälte eine Tortur, sagt Orthopäde Thomas Wiesner von der Orthopädie Ost. Er empfiehlt Hobbysportlern, für einmal auf die wöchentliche Joggingrunde zu verzichten.

Schützen kann man sich kaum

Schützen kann man sich nur bedingt vor der Kälte, zum Beispiel mit einem Schal vor dem Mund. «Dadurch erwärmt sich die Atemluft ein wenig, allerdings bildet sich nach einer Zeit Kondenswasser, es wird feucht und dann ist die Atemluft genauso kalt», sagte Thomas Wiesner. Auch wärmende Cremes, die man vor dem Sport einreiben kann, sind unnötig, da sie von aussen und nicht von innen wärmen.

Krämpfe in den Bronchien sind möglich

Getraut man sich bei diesen Temperaturen ohne grosse Vorsicht nach draussen, muss man mit gesundheitlichen Konsequenzen rechnen. «Wenn die Luft kalt ist, kann es sein, dass man einen Krampf in den Bronchien bekommt, der einen Reizhusten auslöst», sagt der Arzt. «Die Lungenhärchen werden durch die tiefe Temperatur ausserdem gereizt. Dementsprechend reagiert man, das kann auch zu einer Verengung der Atemwege führen.»

Moderate Bewegung geht gut

«Bei diesen Temperaturen ist es wichtig, dass man ruhigere Ausdauersportarten macht», sagt Wiesner. Intervalltraining empfiehlt der Arzt nicht, ruhiges, langsames Laufen, Joggen oder Langlaufen gehe aber gut. «Da kann man durch die Nase atmen, das ist bei diesen Temperaturen zentral.» Nur trainierte Sportler sollten bei Minustemperaturen ein strengeres Training in Betracht ziehen.

Bekleidung ist wichtig

Bei höheren Geschwindigkeiten, zum Beispiel beim Velofahren, sollte man bei Minusgraden den Brustbereich mit einem Windstopper schützen, rät der Facharzt. «Ausserdem sollte man nicht vergessen, dass 40 Prozent der Körperwärme über Kopf und Hals verloren gehen.» Mütze und Schal sind deshalb Pflicht.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Januar 2021 11:02
aktualisiert: 13. Januar 2021 06:13