«Mit Hammer zerstören»

Deshalb solltest du niemals gebrauchte Datenträger verkaufen

Muhammed Keskin, 6. November 2020, 13:55 Uhr
Achtung: Willst du deinen Computer oder deine gebrauchten USB-Sticks verkaufen? Vielleicht solltest du dir das zweimal überlegen.
© iStock / Evelien Doosje
Passwörter, Steuererklärungen, peinliche Bilder: Gebrauchte USB-Sticks oder Computer-Festplatten sind Goldgruben für technikaffine Diebe. Sicherheitsforscher empfehlen, statt weiterzuverkaufen, «das Gerät am besten mit einem Hammer zerstören».

Digitale Fragmente, die sich am Datenträger festklammern und durch Gratis-Tools wieder hervorholen lassen – dass dies technisch möglich ist, ist kein Geheimnis. Trotzdem gehen viele Leute schlampig mit ihren Daten und Geräten um. Das zeigt eine Studie der Abertay University im schottischen Dundee, wie das Onlinemagazin «heise online» berichtet.

Sensible Dateien wiederaufgetaucht

Sicherheitsforscher haben hundert USB-Sticks ersteigert und sie überprüft. 75’000 nicht komplett gelöschte Dateien haben die IT-Cracks wiederentdeckt. Darunter hochsensible Dateien wie Passwörter, Kontoauszüge und Steuererklärungen sowie private Fotos mit Standortdaten. Die Institutsleiterin der Universität, Karen Renaud, mahnte, dass diese vermeintlich gelöschten Informationen mit «gravierenden Folgen missbraucht» werden könnten.

Am besten «mit Hammer zerstören»

Im Internet gibt es Gratis-Programme, die das sichere Löschen übernehmen. Renaud mahnt jedoch: Wer sichergehen möchte, sollte das Gerät «mit einem Hammer zerstören».

USB-Sticks mit sensiblen Daten können verloren gehen, verkauft werden die Sticks eher selten. Problematischer sind da gebraucht Computer und Laptops, aber auch Smartphones.

So schützt du dich vor Daten-Missbrauch

Es reicht nicht aus, den «Papierkorb zu leeren». Selbst eine vollständige Formatierung entfernt nicht alles zu 100 Prozent. Das komplette Inhaltsverzeichnis wird lediglich gelöscht und durch ein Neues ersetzt. Die Daten bleiben auf dem Datenträger. Eine spezielle Überschreibmethode muss her, mit der die Daten einmal oder mehrfach mit vorgegebenen Zeichen oder Zufallszahlen überschrieben werden. Es gibt mittlerweile Gratis-Tools, welche diese sicheren Methoden anwenden. Für Windows: Eraser und File Shredder, für den Mac: Permanent Eraser.

Wer beim Smartphone auf Nummer sichergehen will, sollte sich bei allen Konten abmelden und das Handy formatieren. Danach empfehlen IT-Experten, mit der zugedeckten Linse Videos aufzunehmen, bis der Speicher voll ist. Gefolgt von einer zweiten Formatierung.

Quellen: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, «heise online»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. November 2020 15:16
aktualisiert: 6. November 2020 13:55