Nationaler Allergietag

Die Pollensaison ist eröffnet: Diese Tipps halten deinen Heuschnupfen in Grenzen

24. März 2022, 06:22 Uhr
Die Temperaturen steigen, die Tage werden wieder länger und die Laune wird besser. Aber nicht bei den Pollenallergikern. Zwei Experten erklären, wieso die Birkenpollen in diesem Jahr besonders stark verbreitet sind und wieso Staubsaugen Allergikern hilft.
Rund 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung reagiert auf Gräserpollen. (Archivbild)
© Keystone/DPA/BODO MARKS

Was erwartet Allergiker im April?

Voraussichtlich anfangs April beginnen die stark allergenen Birken und Eschen zu blühen – natürlich abhängig von der aktuellen Wetterlage. «Verglichen mit anderen Bäumen lösen die Pollen der Birke am häufigsten eine Allergie aus», so Bettina Ravazzolo, Expertin beim Allergiezentrum Schweiz (aha). Am meisten zum Niesen bringen uns aber die Gräserpollen – auf sie reagieren rund 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Diese blühen aber durchschnittlich erst ab Mitte Mai.

Was bringt die Pollensaison 2022?

«Eine Prognose für das Pollenjahr 2022 zu machen, ist praktisch nicht möglich, da die Entwicklung jeweils stark vom Wetter abhängt. Wir gehen aber davon aus, dass heuer ein starkes Birkenpollenjahr wird. Der Baum setzt nämlich alle zwei Jahre besonders grosse Pollenmengen frei und 2021 waren die Belastungswerte eher schwach», so die Expertin.

In diesem Jahr erwartet die Expertin besonders viele Birkenpollen, die fliegen und blühen.

© iStock

Was tun bei einer Pollenallergie?

Eine Pollenallergie ist keine Bagatellerkrankung und sollte immer behandelt werden, weil sich sonst ein allergisches Asthma entwickeln kann. Die Therapie erfolgt in Absprache mit dem Facharzt oder der Fachärztin. Bei einer Pollenallergie reichen meistens Antihistaminika in Form von Tabletten, Nasensprays und Augentropfen (allenfalls in Kombination mit Kortisonpräparaten), um die Symptome im Griff zu haben. Die Pollenallergie kann aber auch ursächlich angegangen werden, mit einer allergenspezifischen Immuntherapie (Desensibilisierung). Laut Studien können die Beschwerden um 75 bis 80 Prozent gelindert und der Medikamentenverbrauch deutlich reduziert werden.

Medikamente helfen, was noch?

Bei einer Pollenallergie ist es wichtig, den Kontakt zu den allergenen Pollen so tief wie möglich zu halten und sich über den Pollenflug zu informieren. Dies kann man zum Beispiel mit der kostenlosen App Pollen-News. Neu lässt sich ein persönlicher Pollen-Push erstellen, sodass man eine Mitteilung erhält, wenn der Belastungswert der ausgewählten Pollenart zunimmt.

Welche Vorkehrungen kann ich Zuhause treffen?

Stefan Koch lebt in England und arbeitet in der Wissenschaftsabteilung der Staubsaugerfirma Dyson. Staub gehört zu seinem Arbeitsalltag. Der Staubexperte empfiehlt nebst denn stoffigen Flächen auf Sofas oder Sesseln auch die Wohnung oder das Haus zweimal wöchentlich zu staubsaugen. «Sobald der Staub sichtbar ist, sollte geputzt werden.» Auch staubige Gegenstände wie Fernseher oder Kommoden sollten mit einem feuchten Lappen regelmässig vom Staub befreit werden. Das feuchte Aufnehmen des Bodens könne man sich je nach Art des Staubsaugers sparen.

Der Thurgauer Stefan Koch arbeitet bei Dyson in England.

© zVg

Wer weniger oft staubsaugt, muss übrigens kein schlechtes Gewissen haben: Liegen keine Allergien vor, ist Hausstaub nicht gefährlich. «Je mehr Staub aber in der Wohnung ist, desto höher ist die Konzentration der Hautschuppen oder Bakterien, wenn Staub aufgewirbelt wird.» Bei Menschen, die Allergien beispielsweise gegen Pollen oder Tierhaare haben, kann Hausstaub deshalb allergische Reaktionen auslösen. «Pollen von draussen bleiben oft an den Haaren hängen und landen so in den Wohnungen.»

Krank oder Heuschnupfen?

Doch wie merke ich, ob meine Nase wegen einer Erkältung oder einer Allergie trieft? «Mit dem Schnupfentest auf der Website des Allergiezentrums Schweiz kann man in ein paar wenigen Fragen herausfinden, ob die Beschwerden auf eine Erkältung hinweisen oder ob sie eher allergisch bedingt sind», erklärt die Expertin Bettina Ravazzolo. Einige Symptome wie etwa Niesattacken, juckende, tränende und gerötete Augen sowie auch Juckreiz in Gaumen, Nasen und Ohren sind typisch bei einer Pollenallergie.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. März 2022 06:18
aktualisiert: 24. März 2022 06:22
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