Selbstversorgung deluxe

Hühnerhaltung boomt während Coronazeit

Robert Steinegger, 9. September 2020, 10:12 Uhr
Die Coronazeit hat einen Hühner-Boom ausgelöst. Mehr Menschen wollen eigene Hühner halten, um sich selbst zu versorgen. Aber Corona ist nicht der Hauptgrund. Auch die angestrebte Rassenerhaltung habe die Nachfrage verstärkt.

Nach dem Anbau von eigenen Kräutern, Tomaten und Blumen kommt ... die Hühnerhaltung! In der Coronazeit ist die private Hühnerhaltung förmlich explodiert. Die Zahl der verkauften Hühner hat sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht. Einige beliebte Rassen konnten bei Geflügelzüchter seit Monaten nicht mehr bezogen werden. 

Für Geflügelzüchterin Renate Hediger gibt es einen klaren Grund, warum das Interesse an der Hühnerhaltung steigt: Einerseits die Freude an den Tieren, andererseits bleibt der Gang zum Supermarkt erspart, um Eier zu kaufen.

Gefährdete Hühnerrassen beliebter

Interessierte holen sich gefährdete Rassen wie das Appenzeller Spitzhaubenhuhn oder das New Hampshire Huhn, weil sie  aussergewöhnlicher sind als das weisse Schweizer Huhn. «Viele denken, sie machen etwas Gutes für den Artenerhalt dieser speziellen Rassen, was eigentlich ein falscher Grundgedanke ist». Rassen wie das Appenzeller Spitzhaubenhuhn sollten zur Zucht verwendet werden und nicht um Eier zu legen.

Hühner als Düngermaschine

Einige halten Hühner aus einem anderen Grund: Man verfüttert ihnen die eigenen Gemüseabfälle, damit sie später den organischen Hühnermist im Garten verteilen, so Renate Hediger.

Andere halten Hühner aus therapeutischen Gründen. Die Hobbyhalter beobachten am Abend die Hühner und können sich dabei entspannen. Das sei vielen wichtiger als frische Omelettes.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. September 2020 06:53
aktualisiert: 9. September 2020 10:12