Liebesgeschichte

Nach drei Monaten geheiratet: «Es war absolut richtig»

Géraldine Bohne, 23. Februar 2021, 09:02 Uhr
Sascha und Miriam Ritetz aus dem Thurgau haben sich vor 21 Jahren nach nur drei-monatiger Kennenlernphase das Ja-Wort gegeben. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, so das Paar. Noch heute können sie über ihre Blitzhochzeit schmunzeln.

Amor hatte mitten ins Herz getroffen. Als sich die beiden Singles Sascha und Miriam im September 1999 bei der Arbeit kennenlernten, waren sie sofort verliebt. «Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, für diese Frau werde ich alles machen», sagt Sascha. Nur drei Monate und zwei Wochen später heirateten sie.

Begonnen hatte alles damit, dass beide einen Auslandaufenthalt planten. Der damals 24-jährige Sascha wollte auf Weltreise, musste aber noch auf Impfungen warten, die 21-jährige Miriam wollte in den USA arbeiten, musste aber auch noch auf ihr Visum warten. Deshalb beschlossen beide zur gleichen Zeit, temporär beim Paketzentrum in Frauenfeld zu arbeiten, um während der Wartezeit noch ein wenig Geld verdienen zu können. «Wir haben im Paketzentrum am gleichen Ort gearbeitet», sagt Miriam. Auf Anhieb haben sich die beiden gut verstanden, hatten viel zu reden und haben sich fortan auch nach Schichtende getroffen.

«Kann nicht behaupten, dass wir uns gut kannten»

Bereits Ende Oktober beschlossen die beiden, offiziell ein Paar zu sein, drei Wochen später stand der Termin für die standesamtliche Hochzeit. «Wir hatten davor nicht viele Dates, wir haben uns hauptsächlich auf der Arbeit getroffen», sagt Sascha. Die Idee zu heiraten, kam den beiden, als sie zusammen im Bett lagen. «Wir haben das, eigentlich völlig unromantisch, beschlossen», sagt Miriam. Es habe einfach gepasst. «Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich kann nicht behaupten, dass wir uns damals gut kannten», so die 42-Jährige weiter.

Keiner der beiden konnte sich vor dem Kennenlernen vorstellen, demnächst zu heiraten. «Ich hätte vehement nein gesagt, hätte man mich gefragt, ob ich demnächst heiraten und Kinder wolle», so Miriam. «Ich wusste schon immer, dass ich irgendwann eine Familie haben will, aber ich wollte zuerst noch die Welt bereisen», so der 45-jährige Sascha. Die Auslandaufenthalte cancelten beide sofort. «Das holen wir nach, wenn wir pensioniert sind», sagt das Paar.

Eltern lernten Sascha mit Tuch bekleidet kennen

Statt Auslandaufenthalte hiess es Zusammenziehen und Hochzeit-Planen. Auch musste das Paar ihre Pläne der Familie und den Freunden erzählen. «Meine Eltern hatten Sascha bis zu dem Zeitpunkt gar nicht gekannt, sie hatten nur sein Auto und die Schuhe vor der Türe gesehen», sagt Miriam. Weil das Paar jeweils Nachtschicht hatte, lebten sie einen anderen Rhythmus. «Ihre erste Begegnung mit Sascha war, als er nur mit einem Tuch bekleidet, aus meinem Schlafzimmer kam.» Die beiden hätten im selben Moment ihre Hochzeitspläne den Eltern verkündet. «Sie waren gleichzeitig überrascht und überfordert.» Sascha habe sich dann umgezogen und die Familie habe mit Champagner angestossen.

Bei den Kollegen gab es zuerst Verwirrung. Weil Miriam den gleichen Namen wie Saschas langjährige Ex-Freundin trug, gratulierten Saschas Freunde ihm dazu, dass er nun endlich heirate. «Es wurde auch Zeit», hiess es. Als dann aber auskam, dass es sich nicht um jene Miriam handelte, hielten die Freunde das Paar für verrückt. «Die Jüngeren waren viel skeptischer als die Älteren», sagt Sascha.

Hochzeit am Valentinstag

Im November zog das Paar in eine gemeinsame Wohnung. Am Valentinstag, dem 14. Februar 2000, wurde dann geheiratet. Im September folgte die kirchliche Feier mit allen Freunden und Bekannten. «Die Meisten haben unseren Partner erst an der Hochzeit kennengelernt», sagt Miriam. Speziell oder komisch sei das nie gewesen. Zwei Jahre später bekamen sie ihr erstes Kind. Mittlerweile sind sie zu Fünft, haben zwei Söhne und eine Tochter und wohnen in Hosenruck.

«Wir haben uns nie gewünscht, dass wir es anders gemacht hätten. Es war absolut richtig so», sagt Miriam. Trotzdem müssten die beiden ab und zu schmunzeln, wenn sie an das Ereignis zurückdenken. «Wir sind sehr stolz auf unsere Beziehung», sagt Sascha. Zu einer Beziehung gehöre nämlich auch immer ein Stück Arbeit. «Wichtig ist vor allem eine gute Kommunikation», so das Paar. Das sei ihr Beziehungsgeheimnis.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Februar 2021 07:51
aktualisiert: 23. Februar 2021 09:02