Serien-Jubiläum

20 Jahre «Gilmore Girls»: Mehr als Herzschmerz und Kaffeeklatsch

Krisztina Scherrer, 20. September 2020, 10:38 Uhr
Alexis Bledel (Rory Gilmore) und Lauren Graham (Lorelai Gilmore) – damals und heute.
© gettyimages
Die Kult-Serie «Gilmore Girls» ist im Oktober vor 20 Jahren zum ersten Mal ausgestrahlt worden. Lorelai und Rory Gilmore, die beiden Protagonistinnen, haben mich durch meine Jugend begleitet. Weshalb es in der Serie um mehr geht als schwarzen Kaffee, viel Geschwätz und Männer.

Sie können reden, viel reden. Die «Gilmore Girls» – das sind Lorelai und Rory, Mutter und Tochter und beste Freundinnen – gespielt von Lauren Graham (53) und Alexis Bledel (39). Um die beiden dreht sich die Serie, die diesen Herbst 20 Jahre alt wird. Ich habe als Teenagerin das Leben der «Gilmore Girls» verfolgt, jeden Montagabend (okay, vielleicht war es auch Dienstag, ist ja auch egal) mit meiner Mutter. Und wenn ich so darüber nachdenke, können die Gilmores doch mehr als nur reden.

Ich schloss sie schnell in mein Herz: Ich lachte, weinte und drückte die Daumen, dass sich Mutter und Tochter nach einem Streit schnell wieder vertragen. Ich hoffte, dass Lorelai den Richtigen findet und wusste schon vor ihr, dass der Richtige Luke Danes von Luke's Diner ist. Ich litt mit Rory, wenn sie wiedereinmal Herzschmerz hatte. Dabei ging es bei den «Gilmore Girls» gar nicht nur um Männer.

Das ist übrigens der Cast von «Gilmore Girls» – damals und heute: 

Cola statt Kaffee – «Echt jetzt»?

Ich weiss noch, wie meine Mutter immer sagte: «Wieso luegsch so en Seich? Die reded jo nur di ganz Zyt.» Und trotzdem sass sie 42 Minuten lang neben mir und schaute mit. Ich glaube, auch meine Mutter merkte, dass es doch nicht nur Gerede war. Übrigens waren die «Gilmore Girls» auch der Grund dafür, dass ich mit dem Kaffeetrinken begann. Und ich war etwas enttäuscht, als ich letztens herausfand, dass Rory Coca-Cola in der Tasse hatte, weil sie Kaffee nicht mochte.

Zurück zu meiner Erkenntnis, dass die «Gilmore Girls» mehr sind, als nur Geschwafel. Wir wissen: Sie reden viel, haben ihre Männerprobleme und trinken gefühlt 7'000 Tassen Kaffee am Tag. Doch es steckt eine ganz andere Botschaft hinter der Serie, so sehe ich das jedenfalls.

Direkt in mein Herz gelabert 

Denn eigentlich sind Rory und Lorelai zwei gestandene Frauen. Ja, okay, man kann jetzt sagen: Es ist eine Serie, da kommt immer alles gut. Ja und? Auch eine Serie kann einem ein gutes Gefühl geben. Und das war bei «Gilmore Girls» definitiv der Fall. Lorelai brachte als 16-Jährige Rory zur Welt, lief von zu Hause weg und schlug sich durch. Zuerst als Zimmermädchen in einem Hotel, bis sie dann gegen Ende der Serie ihr eigenes Hotel eröffnete. Sie wollte es immer alleine schaffen. Wobei sie klug genug war, auch einmal Hilfe anzunehmen.

Lorelai hat viel für Rory getan. So viel, dass Rory schlussendlich an der Universität Yale studierte. Auch wenn Harvard anfangs das Ziel der beiden war. Was ich damit sagen will: Die beiden Frauen hatten Ziele: Als Mutter und Geschäftsfrau erfolgreich zu sein. Eine gute Ausbildung zu machen. Und auch wenn sie manchmal kurz vor dem Scheitern waren, hatten sie keine Angst, ihre Gefühle zu zeigen. Sie haben geweint, gelacht, gestritten, Männer kamen ihnen in die Quere. Doch sie verloren ihre Ziele und Träume nie aus den Augen.

Übrigens, Wer die Gilmore Girls im «Erwachsenen»-Alter sehen will: Netflix hat 2016 eine Fortsetzung herausgebracht. Auch die Original-Serie kann man über den Streaming-Dienst schauen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. September 2020 20:01
aktualisiert: 20. September 2020 10:38