Tag der roten Rose

«Was ist dein Geheimrezept?»: Sieben Fragen an eine Rose

Muhammed Ali Keskin, 12. Juni 2022, 15:28 Uhr
Romantiker, Floristen und Parfum-Hersteller bekommen nie genug von ihr: Am 12. Juni feiert die rote Rose ihren Gedenktag. Wir haben uns mit einer Rose unterhalten.
Zum Tag der roten Rose haben wir einen ganz speziellen Interviewpartner eingeladen.
© Getty / PilatusToday

Rosen sind rot, Veilchen sind blau – heute Sonntag ist der Tag der roten Rosen, warum genau?

Ach, du meine Blüte! Ich weiss es nicht, niemand weiss das so genau, auch nicht meine Ur-Ur-Ur-Ur-Grosseltern. Was war zuerst da, der Samen oder die Pflanze? Das interessiert mich und dich nicht die Bohne. Wichtiger ist doch, dass ich – die rote Rose – einen Tag ganz alleine für mich habe. Alle anderen Rosen müssen sich den 7. Februar teilen. Aber weil du so heiss drauf bist wie ich auf Wasser: Der Tag kommt aus den USA. Das wusstest du natürlich, oder?

Was macht man am Tag der roten Rosen?

Ich mache alle Frauen der Welt glücklich. Und genauso die Männer, wir leben schliesslich nicht mehr im Mittelalter. Die Schokolade kann heute einpacken! Also steck mich in den Mund, pack deine Gitarre und suche deine Liebsten auf. Falls du mit Romantik nichts anfangen kannst, tut es auch ein Rosenstrauss. Aber kleiner Tipp: Nie eine gerade Anzahl Rosen schenken. Wir wollen schliesslich immer im Mittelpunkt sein, auch in der Vase. Früher hat man uns auf französischen Märkten als Pärchen angeboten, die Floristen wählten eine gerade Zahl, weil wir in ihren Händen wertvoller waren.

Du bist nicht nur betörend, sondern riechst auch anziehend: dein Geheimrezept?

Ich bin einfach unwiderstehlich wie der Duft deiner ersten Liebe, nicht wahr? Vergiss Amber und Moschus, niemand wirkt so anregend wie ich. So einfach im Duft, so unverzichtbar wie Luft. Das wussten schon die Babylonier und Römer. Nicht nur für teure Parfüms ist mein Öl kostbar, auch für Raumdüfte oder Aromatherapien bin ich begehrt. Es ist übrigens eines der teuersten ätherischen Öle. Vor gut 50 Jahren war mein Öl wertvoller als Gold. Vielleicht denkst du daran, wenn du mich das nächste Mal deinem Goldschatz überreichst?

Kann man dich eigentlich auch essen?

Natürlich, Liebe geht schliesslich durch den Magen (lacht). Meine Frucht kennst du bestimmt: die Hagebutte. Eine wahre Vitamin-C-Bombe – davon träumen Orangen nachts. Und falls du mal in der Türkei warst, wird dir aufgefallen sein, dass ich oft in Konfi-Gläsern stecke. Rosenblütenkonfi ersetzt traditionell den Zuckerwürfel für den Schwarztee oder kühlt im Sommer mit einem Schluck kalten Wasser ab.

Kannst du eigentlich mehr als gebrochene Herzen heilen?

Ach Liebling, ich kann viel mehr als nur schön sein. Die inneren Werte zählen ja auch. Meine Blütenblätter enthalten Gerbstoffe, die entzündungshemmend wirken. Ein Rosenblüten-Tee tut nicht nur dem Herz gut, sondern hilft auch bei Hals- und Zahnschmerzen oder Menstruationsbeschwerden. In der alternativen Medizin bin ich auch verwurzelt. Mit einer Aromatherapie entziehe ich dir die Ängste, Stress und sogar Depressionen.

Wenn du uns so gut tust, warum hast du eigentlich Dornen?

Du glaubst auch noch an die Gebrüder Grimm? Deshalb bleibt Dornröschen eben nur ein Märchen: Ich habe keine Dornen, ich habe Stacheln, Darling. Botanik-Crashkurs für Anfänger: Meine Stacheln lassen sich leicht abbrechen und tun gar nicht so weh. Oder schreist du vor Schmerz, wenn du dir die Fingernägel schneidest? Dornen hingegen sind wie umgewandelte Organe der Pflanze. Kakteen haben Dornen. Würde man diese zerbrechen, würde das den Kaktus verletzen.

Aber warum erzähl ich dir das? Heute geht es schliesslich nur um mich, die rote Rose. Erzähl mir doch am besten in den Kommentaren, wie du meinen Tag zelebrierst. 

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Juni 2022 15:28
aktualisiert: 12. Juni 2022 15:28
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