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Experten des Bundes

«20 Millionen Franken täglich für Kurzarbeit»

6. November 2020, 16:26 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Die Kurve der Neuansteckungen steigt weniger stark als zuvor. Die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle werde aber weiter zunehmen. Nach den neusten Prognosen werden die Intensivbetten erst am 13. November voll sein.

Die Experten des Bundes schwankten an der Pressekonferenz zwischen Zuversicht und Vorsicht. «Man hat den Eindruck, dass die Kurve langsam abflacht», sagte etwa Stefan Kuster, Leiter übertragebare Krankheiten des BAG. Eine Trendwende sei jedoch noch nicht erreicht. «Wir müssen die Reproduktionszahl deutlich unter 1 bringen.» Momentan liegt sie bei 1,1. «Dies ist deutlich tiefer als vor einem Monat», so Kuster.

Es gebe erste Anzeichen, dass die Bevölkerung die Massnahmen des Bundes umsetzt, sagte Martin Ackermann, Präsident der Corona-Taskforce des Bundes. So sei eine Verlangsamung des Anstiegs an Personen auf den Intensivstationen zu beobachten. So wird eine Überlastung erst am 13. November erwartet. Vor einer Woche ging die Taskforce noch von einer Überlastung am 8. November aus. Ob die geltenden Massnahmen genügen, könne nicht beurteilt werden.

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Quelle: CH Media Video Unit

Selbst im Wallis, wo seit dem 21. Oktober ein Teil-Lockdown gilt, steigen die Fallzahlen noch immer. «Die Task Force hat keine wissenschaftlichen Hinweise, dass die Massnahmen ausreichen.» Aus Sicht der Taskforce müsse in dieser Situation daher alle Anstrengungen intensiviert werden. Das könne weitere Massnahmen bedeuten, primär aber «die konsequente Durchsetzung der bestehenden Massnahmen.»

«Reserve an Intensivbetten beträgt 25 Prozent»

Auch Anne Lévy, Direktorin des BAG, schwankt zwischen Zuversicht und Vorsicht. «Die Zahlen lassen eine Stabilisierung bei den Fällen vermuten.» Trotzdem gebe es noch keine Entwarnung. «Die Stabilisierung werde sich nicht sofort auf die Hospitalisierungen auswirken», erklärte Lévy. Aktuell befänden sich 440 Corona-Patienten und etwa 400 andere Patienten auf Intensivstationen. «Die Reserve beträgt aktuell etwa 25 Prozent.»

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Quelle: CH Media Video Unit

«Contact Tracing wird unglaublich wichtig bleiben»

Thomas Steffen, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, gesteht, dass das Contact Tracing mit den vielen Fälle vielerorts überfordert sei. Die Kantone hätten dieses in den letzten Wochen massiv verstärkt. «Das Contact Tracing wird unglaublich wichtig bleiben», so der Kantonsarzt aus Basel-Stadt.

Steffen sieht grosses Potential in den Schnelltests. Vor allem bei asymptomatischen Fällen würden diese Schnelltests viel erreichen. «Es gibt asymptomatische Fälle, die gehen durch alle Lücken.» Da liegt das grosse Potential von flächendeckenden Tests. Die Schnelltest würden momentan vor allem bei frühen Symptomen im ambulanten Bereich bei Nicht-Risikogruppen eingesetzt. Wenn sie später viel breiter eingesetzt werden, können sie auch deutlich mehr Fälle entdecken. «Vielleicht sogar, um Fälle zu entdecken, die man nie auf dem Radar hatte.»

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Quelle: CH Media Video Unit

"20 Millionen Franken täglich in die Kurzarbeit»

Die Corona-Krise beschäftigt die Schweizer Wirtschaft weiterhin stark. «Momentan fliessen täglich 20 Millionen Franken in die Kurzarbeit», sagt Oliver Schärli vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco. Im Frühling waren es zeitweise weit über 100 Millionen pro Tag gewesen. Voranmeldungen für Kurzarbeit nehmen momentan wieder zu. Insgesamt sind seit Beginn der Krise bereits 8,3 Milliarden Franken in die Kurzarbeit geflossen. Trotz den gewaltigen Bemühungen so die Arbeitslosenzahl tief zu halten, gibt es in der Schweiz wieder Arbeitssuchende. «Zurzeit sind in der Schweiz 50'000 Menschen auf Stellensuche.»

Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 6. November 2020 16:08
aktualisiert: 6. November 2020 16:26