Hochwasserschutzprojekt Reuss

Bauern wehren sich gegen Enteignungen

23. Juni 2022, 06:15 Uhr
Die Luzerner Regierung hat das 200 Millionen Franken Hochwasserschutzprojekt an der Reuss genehmigt. Noch gibt es rund 20 Einsprachen gegen das Mega-Projekt. Vor allem Bauern wehren sich.
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Quelle: Tele 1

Seit acht Jahren sind die Bauern Lotti und Hans-Jörg Kretz mit dem Kanton in Gesprächen. Nicht immer verliefen diese wie gewünscht. «Am Anfang wurden wir ins kalte Wasser geworfen. Dies hat sich durch unser grosses Engagement geändert», so Lotti Kretz. Die beiden sind nicht grundsätzlich gegen das Projekt. Es werde jedoch zu viel Land von Bauern dafür benötigt. «Es werden 33,4 Hektaren Fruchtfolgeflächen zerstört. Das ist wertvolles Ackerland für den Getreideanbau.» Dieses Land sei wichtig für die Ernährungssicherheit.

Rund 30 Bauern sind vom Projekt betroffen. Der Kanton möchte möglichst gleichwertige Ersatzflächen anbieten. Dies sei jedoch nicht immer einfach. «Im Bereich der oberen Reuss hätte man genügend guten Realersatz», erklärt Stefan Moser, Leiter Landwirtschaftliche Begleitplanung Kanton Luzern. Das Land sei jedoch nicht optimal verteilt. «Wir versuchen, durch optimalen Landabtausch die beste Lösung für möglichst alle zu finden.»

Kanton hat nicht genügend Land

Im Bereich der unteren Reuss fehlt dem Kanton jedoch genügend Land für die enteigneten Bauern. «Wenn es uns nicht gelingt, noch mehr Flächen zu erwerben, müssen wir die Differenz mit Geld ausgleichen», sagt Moser.

Von der Landknappheit an der unteren Reuss ist auch die Familie Kretz betroffen. Was sie sich vom Kanton erhofft, erfährst du im Video oben.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Juni 2022 06:05
aktualisiert: 23. Juni 2022 06:15
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