Anzeige
Minimalismus

«Das muss man aushalten»: Leben ohne Ballast, dafür mit viel Freiraum

14. August 2021, 05:51 Uhr
Selim ist Minimalist. Er besitzt nur rund 250 Gegenstände und sein Kriterium lautet: «geliebt und gebraucht». Alles andere ist entbehrlich. Das Leben ohne Ballast hat er auch zum Beruf gemacht; als Aufräum-Coach für andere Leute.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Keystone-SDA

Die 250 Gegenstände, die Selim besitzt, sind für manche schon zu viel. Es gebe auch Minimalisten, die ihren Besitz auf 100 Gegenstände begrenzten, sagt er. Aber so eng sieht er das nicht. Zwanghaftes Minimieren findet er nicht gesund und erklärt: «Du sollst das behalten, was du brauchst und woran du Freude hast.»

Minimalismus schaffe Freiraum und Zeit. Ihm wurde der Minimalismus praktisch schon in die Wiege gelegt. Seine Eltern hätten ihm diesen Lebensstil mitgegeben und er entspreche auch seinem Naturell, wie er im Interview mit Keystone-SDA erzählt.

Inzwischen ist Minimalismus zum Trend geworden und für Selim zum Beruf. Nachdem ihn erst Bekannte um Hilfe gebeten hatten, die wussten, dass er gut im Organisieren und Aufräumen ist, kann man ihn nun als Aufräum-Coach für die eigenen vier Wände buchen.

Unerwünschte Geschenke als Problem

Ein grosser Teil beim Ausmisten bei seinen Kunden seien unerwünschte Geschenke. Daher dürfe man ihm auch nichts schenken ausser einem Erlebnis oder Zeit, etwa bei einem gemeinsamen Essen, sagt er.

Seine Grundregel für Neuanschaffungen ist, erst einmal zu warten und zu überlegen, ob der Gegenstand einen langfristigen Mehrwert bringt. Ein Minimalist schläft daher gerne mal eine Nacht länger darüber und entscheidet erst dann, ob er etwas kauft.

Damit sich nicht unbemerkt Dinge ansammeln, rät Selim regelmässig jedes halbe Jahr einen Rundgang durch die Wohnung zu machen und jeden Schrank zu öffnen und zu überlegen: gibt mir jedes Ding noch Mehrwert? Dass er selbst etwas weggegeben und es anschliessend bereut habe, sei noch nie vorgekommen.

Zum minimalistischen Lebensstil gehört auch, dass nicht alles gefüllt werden muss, wo Platz ist. In seinen Schubladen sind nur wenige Gegenstände und dafür viel Freiraum. «Das muss man aushalten», sagt er.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. August 2021 18:43
aktualisiert: 14. August 2021 05:51