Skandalös oder fair?

Jetzt müssen «Jerusalema»-Tänzer blechen

15. Februar 2021, 20:06 Uhr
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Quelle: FM1Today

Dieser virale Tanz kommt teuer: Warner Music bittet Schweizer Teilnehmer der Jerusalema-Challenge zur Kasse. Die Tänzer müssen für die Nutzung des Jerusalema-Liedes nachträglich Lizenzgebühren zahlen.

Sie war für viele Menschen wie Medizin für die Psyche in der tristen Corona-Zeit: die «Jerusalema Challenge». Auf der ganzen Welt haben Polizisten, Ärzte, Feuerwehrleute oder Fasnächtler das Tanzbein geschwungen, um Lebensfreude zu verbreiten. Doch dabei haben viele Tänzer die Urheberrechte verletzt. Warner Music, das Plattenlabel des südafrikanischen Musikproduzenten Master KG, hat sich nun eingeschaltet: Es will in der Schweiz von Teilnehmern der «Jerusalema Challenge» Lizenzgebühren einziehen, die das Lied nutzen wollen. Der Musikkonzern bestätigt entsprechende Recherchen von «Radio Argovia».

Keine Gebühren für Zuger Polizei

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Quelle: Facebook/Zuger Polizei

Bevor die Gute-Laune-Hymne zum Finanzhammer wird, reagieren einige Organisationen und löschen die Videos auf YouTube wieder. Die Zuger Polizei hingegen muss keine böse Post von Warner Music befürchten. Die Zuger Polizei habe den Song früh genug für das Video lizenziert, bestätigt Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Polizei auf Anfrage von Radio Argovia.

In Deutschland bereits Lizenzgebühren eingezogen

Warner Music vertritt den Standpunkt, dass Künstler für ihre Musik bezahlt werden müssen, wenn diese von Dritten genutzt wird. Wer also ein Video mit dem Jerusalema-Lied schmückt und veröffentlicht, ohne eine Gebühr zu bezahlen, muss mit einer Nachlizenzierung rechnen. Bei «Jerusalema» wurde das Urheberrecht oft ignoriert. Wie «Focus Online» berichtet, habe in Deutschland Warner Music von Teilnehmern der Challenge bereits Lizenzgebühren eingezogen.

Ein Rechtsanwalt spricht gegenüber Focus Online von einem «wahnsinnigen Skandal» und von einer «Abzocker vor dem Herrn». Für finanzschwache Organisationen sei die Forderung von Warner eine Katastrophe, sagt der Anwalt. Er rät nun dringend davon ab, neue Tanzvideos zu drehen und ins Internet zu stellen, wenn man die entsprechenden Lizenzen nicht habe.

Was denkst du: Skandal oder nur fair? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

(kmu/Argovia)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Februar 2021 17:05
aktualisiert: 15. Februar 2021 20:06