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Stadt Luzern

Vermehrt Einsätze auf Schularealen – SIP soll aufgestockt werden

26. April 2021, 19:07 Uhr
In der Stadt Luzern soll die SIP künftig öfters und auf dem ganzen Stadtgebiet patrouillieren. Die Stadtregierung beantragt dem Stadtparlament deswegen zusätzliche 100 Stellenprozente, wie er am Montag mitteilte.
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Quelle: Tele 1

Der Patrouillendienst SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) wurde 2005 als Pilotprojekt vor allem wegen der offenen Drogenszene im Vögeligärtli geschaffen. Zunächst waren die Patrouilleurinnen und Patrouilleure nur im Sommer im Einsatz, ab 2007 ganzjährig. 2008 wurde die Truppe dann definitiv eingeführt.

Nach rund 15 Jahren im Einsatz sieht die Luzerner Stadtregierung die Zeit gekommen für einen Ausbau. Derzeit hat der Patrouillendienst SIP 530 Stellenprozente. Diese sollen auf 630 Stellenprozente erhöht werden. Die jährlichen Kosten für die Erhöhung betragen 115'000 Franken. Weil es sich um wiederkehrende Ausgaben handelt, beantragt der Stadtrat dem Parlament einen Kredit in zehnfacher Höhe, also ein Kredit von 1,15 Millionen Franken.

Vermehrt Einsätze auf Schularealen

Den Ausbau des SIP-Dienstes begründet die Luzerner Stadtregierung mit der seit 2005 gewachsenen Bevölkerungszahl und der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen im Freien aufhalten. «Die Nutzung des öffentlichen Raums hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen», sagt der städtische Sozial- und Sicherheitsdirektor Martin Merki (FDP).

Mit dem höheren Stellenetat könnten systematisch von Donnerstag bis Samstag zwei Doppelpatrouillen unterwegs sein und vermehrt auch Aussenquartiere wie Littau oder Würzenbach aufsuchen. «Was wir in den letzten Jahren feststellten, ist, dass sich vermehrt Leute auf Schulhausplätzen aufhalten», so Merki.

«Die SIP hilft wirklich»

Auch 15 Jahre nach der Gründung der SIP hat diese ihre ursprüngliche Aufgabe nicht aus den Augen verloren. Weiterhin ist die Arbeit mit und in der Drogenszene ein wichtiger Bestandteil. Die Direktbetroffenen reagieren positiv auf die Ausbaupläne der Stadtregierung.

«Es braucht mehr Leute, die sozial unterwegs sind und uns wirklich helfen», sagt Patrick Arpagaus, den wir am Bahnhof Luzern antreffen. Auch Sibylle Novet hat schon positive Erfahrungen mit der SIP gemacht. «Mein Lebenspartner hat sich vor fünfeinhalb Jahren für eine IV-Rente angemeldet. Dank der SIP bekommt er im Mai nun endlich seine erste Rente ausbezahlt.»

SIP hat breites Aufgabenfeld

Die zusätzliche Stelle soll mit einem Sozialpädagogen oder einer Sozialpädagogin besetzt werden. Damit könne in jeder Patrouille neben Zivildienstleistenden oder Personen in Ausbildung auch eine qualifizierte Person dabei sein, heisst es im Bericht der Luzerner Stadtregierung.

Aufgabe der SIP-Truppen ist es, für ein respektvolles Zusammenleben zu sorgen. Sie sollen die Menschen, die sich draussen aufhalten, auf Regeln (Abfall, Lärm, Hundekot) hinweisen, bei Konflikten schlichtend eingreifen oder auch in schwierigen Lagen helfen.

Der Antrag für den Sonderkredit für die SIP wird voraussichtlich Anfang Juni im Luzerner Stadtparlament diskutiert. 

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. April 2021 18:41
aktualisiert: 26. April 2021 19:07