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Per Gesetz

Wildsäuli-Baby wird von Jagdaufseher erschossen

6. Mai 2021, 16:54 Uhr
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Quelle: Pilatus Today

Die Grenzwacht im Kanton Aargau findet im Wald ein frisch geborenes Wildsäuli, das von seiner Mutter verstossen wird. Das kleine Tier wird auf einen Gnadenhof gebracht. Dort muss der Jagdaufseher das Tier jedoch töten – so will es das Gesetz.

Die Nabelschnur klebt noch am Köprer, als das kleine Wildschwein-Baby von der Grenzwacht gefunden und auf den Tierlignadenhof Kaisten im Kanton Aargau gebracht wird. Der Gnadenhof nimmt das Wildschwein liebevoll auf, wie in einem Video zu sehen ist, das die Tierpflegerinnen auf Facebook gepostet hat. Doch die Geschichte nimmt kein Happy End: Das Tierbaby muss vom Jagdaufseher getötet werden – weil es das Schweizer Gesetz so vorschreibt. «Man darf Wildtieren nicht helfen, sondern muss den Wildhüter verständigen, der das Tier schiesst», sagt eine Tierpflegerin im Video.

Dem Wildschwein Josie gehe es auf ihrem Hof gut, es habe Appetit und schlage sich tapfer, so die Pflegerin weiter. «Ausserdem haben wir bereits seit 13 Jahren ein Wildschwein auf unserem Hof.»

Nur Institutionen dürfen Wildtiere halten

Gegenüber dem «Blick» bestätigt die Aargauer Abteilung für Jagd den Fall: «Das Tier wurde vom zuständigen Jagdaufseher auf Anordnung getötet und erlöst», sagt Erwin Osterwalder, der Fachbereichsleiter. Seine Erklärung: Hätte die Grenzwacht das verstossene Ferkel nicht gefunden, wäre es auch in der Natur verendet.

Im Tierschutzgesetz und im Bundesjagdgesetz ist klar festgelegt, dass nur Institutionen mit Bewilligung Wildtiere halten dürfen – dem Gnadenhof in Kaisten fehle diese Bewilligung, so Osterwalder.

In den Kommentaren unter dem Facebookvideo zeigen sich viele User empört und traurig: «Unverständlich. Aber da hat man keine Chance. Arme Josie», schreibt eine Userin. Und eine weitere kommentiert: «Mir fehlen die Worte. Mit was für einer Begründung nimmt man solchen Lebewesen das Leben? Es schockiert mich zutiefst.»

(rhy)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Mai 2021 11:35
aktualisiert: 6. Mai 2021 16:54