Gegen Rassismus

«Woher hast du diesen Schwarzen?» – «Das ist mein Sklave.»

Martina Odermatt, 6. Oktober 2020, 17:11 Uhr
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Quelle: Pilatus Today

Rassismus ist vielfältig, Rassismus ist mal offensichtlich, mal subtil. Wir lassen verschiedene Leute zu Wort kommen und fragen sie nach ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Diese sind so vielfältig wie die Nuancen der Hautfarbe.

In die Schweiz kam Tambwe mit einer falschen Identität: «Thomas» nannte er sich in der Schweiz. Und dieser Thomas integrierte sich hier super, auch dank einer glücklichen Begegnung. Durch einen Bekannten kam er auf einen Bauernhof, wo er Kirschen pflücken konnte und beim Heuen half.

«Als ich die Bauernfamilie getroffen hatte, war das super. Da waren viele Kinder, wir hatten es super zusammen. Ich habe dort fast meine zweite Familie gefunden», sagt Thomas über seinen Start in der Schweiz. Und mit einem Lachen erzählt er: «Das war schon noch eindrücklich, denn ich war wohl der erste Schwarze, den sie auf diesem Bauernhof empfangen hatten.» Eine Szene bleibt ihm noch heute in Erinnerung, weil er sie so lustig findet. «Der Bauer sagte «Du, chom mer gönd go schaffe» und dann kam der Nachbarbauer und fragte «Du, wo hesch de cheibe Thömu öbercho?»» Die Antwort: «Ja, das esch min Sklav, wottsch au eine?»

«Du bist nicht weiss genug.»

Thomas, oder Tambwe, nimmt solche Aussagen mit Humor. Er lacht, als er die Geschichte erzählt. «Das ist einfach ein Witz, das ist nicht so schlimm.»

Etwas anders ergeht es seiner Tochter. «Im Winter haben sie mich mit Schneebällen beworfen, gesagt, dass ich nicht weiss genug bin.» Auch als Affe wurde sie in der Schule bezeichnet. «Ich wollte auch gerade Haare haben, so sein wie die anderen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Oktober 2020 20:48
aktualisiert: 6. Oktober 2020 17:11