Erdähnliche Planeten

36 aktive Zivilisationen in unserer Galaxie vermutet

16. Juni 2020, 09:28 Uhr
Wo überall im Weltall verstecken sich noch Lebewesen?
© KEYSTONE / EPA ESO / M. KORNMESSER
In unserer Heimatgalaxie könnte es nach einer Schätzung rund 36 intelligente Zivilisationen geben. Entdeckung von und Kommunikation mit diesen Ausserirdischen ist offenbar mit aktueller Technik sehr schwierig. E.T. telefoniert also vorerst nicht nach Hause.

Der mittlere Abstand zwischen diesen Zivilisationen betrage rund 17'000 Lichtjahre, betonen Tom Westby und Christopher Conselice von der Universität Nottingham. Sie stellen ihre Abschätzung im Fachblatt «The Astrophysical Journal» vor. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht - und damit beispielsweise auch ein Funkspruch - in einem Jahr zurücklegt.

Die beiden Forscher hatten sich gefragt, wie viele kommunizierende extraterrestrische Intelligenzen (CETI) es in der Milchstrasse wohl geben könnte, die sich im Prinzip durch ihre Funksignale aufspüren lassen könnten. «Die Idee ist, die Evolution im kosmischen Massstab zu betrachten», erläuterte Conselice. «Unter der Annahme, dass es wie auf der Erde rund fünf Milliarden Jahre dauert, bis sich intelligentes Leben auf anderen Planeten entwickelt, sollte es zumindest ein paar Dutzend aktive Zivilisationen in unserer Galaxie geben.»

Erich von Däniken spitzt die Ohren

Für ihre Schätzung betrachteten die Wissenschaftler den Anteil sonnenähnlicher Sterne in der Milchstrasse mit erdähnlichen Planeten in ihrer bewohnbaren Temperaturzone. Zudem setzten sie als mittlere Lebensdauer einer kommunizierenden Zivilisation 100 Jahre an, solange existiert Funkkommunikation auf der Erde. «Wir kalkulieren, dass es rund 36 aktive Zivilisationen in unserer Galaxie geben sollte», so Westby.

Die Fahndung nach den Ausserirdischen in unserer weiteren kosmischen Umgebung könne uns auch Hinweise auf das Schicksal unserer eigenen Zivilisation liefern, meinen die Forscher. «Wenn wir feststellen, dass intelligentes Leben häufig ist, würde das aufzeigen, dass unsere Zivilisation deutlich länger als ein paar Jahrhunderte existieren kann», erläuterte Conselice. «Anderenfalls, wenn wir feststellen, dass es keine aktiven Zivilisationen in unserer Galaxie gibt, ist das ein schlechtes Zeichen für unsere eigene dauerhafte Existenz.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Juni 2020 09:15
aktualisiert: 16. Juni 2020 09:28