Royaler Familienstreit

Das musst du über Prinz Harrys Rachefeldzug wissen

Sven Lenzi, 10. Januar 2023, 15:20 Uhr
Am Dienstag erscheint die Autobiografie «Spare» (zu Deutsch: Ersatzteil) von Prinz Harry weltweit in den Buchhandlungen. Einige Aussagen darin wurden bereits geleakt. Und die Posse um Prinz Harry lässt doch einige Fragen offen. Wir klären auf.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Anzeige

Prinz Harry befindet sich seit geraumer Zeit im Zwist mit dem englischen Königshaus – und damit auch Teilen seiner Familie. Die Entrüstung der königlichen Familie sollte in Prinz Harrys Buch (und den darin enthaltenen Aussagen) Anfang Januar gipfeln.

Doch bereits vor der offiziellen Veröffentlichung der Autobiografie «Spare» scheint eine neue Eskalationsstufe im royalen Streit erreicht zu sein.

Was ist passiert?

In der Netflix-Doku «Harry & Meghan», die vor Weihnachten erschienen ist, rechnet Prinz Harry mit der royalen Familie ab. Darin erzählt das Paar seinen Ausstieg aus dem Königshaus nach, geht aber vor allem auch mit dem britischen Boulevard ins Gericht. Dem aber nicht genug: Gegenüber dem britischen Fernsehsender «ITV» gibt Harry ein Interview, in dem königliche Familienmitglieder ihr Fett weg bekommen. Allen voran sein älterer Bruder William.

Hier ein Ausschnitt aus der Spezialsendung:

Welche Aussagen und Geschichten packt Harry aus?

Der «Guardian» und andere britische Medien sicherten sich am Donnerstag bereits Exemplare des eigentlich noch streng geheimen Buchs. Die brisantesten Aussagen daraus, machten die Journalistinnen und Journalisten bereits publik.

Prinz Harry zeigt sich in der Netflix-Dokumentation «Harry & Meghan» extrem solidarisch gegenüber seiner Ehefrau.

© Keystone

«Es ging alles so schnell. Sehr schnell. Er packte mich am Kragen, zerriss meine Kette und warf mich zu Boden», zitiert der «Guardian» Harrys Schilderungen über einen vergangenen Streit mit seinem Bruder William. Eine andere Passage bezieht sich auf Harrys Einsatz als Soldat in Afghanistan. Er habe dort 25 Menschen getötet. «Eines der wichtigsten Dinge, die ich in der Armee gelernt habe, ist, dass ich für meine eigenen Handlungen verantwortlich bin. Also meine Zahl: 25», schreibt Harry dem Sender Sky News zufolge über seine Einsätze in Afghanistan.

Und natürlich dürfen auch Drogeneskapaden in einer metaphorischen Entblössung nicht fehlen. Harry geht damit nicht sparsam um: In seiner Autobiografie erzählt der 38-Jährige beispielsweise offen und ehrlich über seinen Kokain-Konsum, der mit 17 Jahren begonnen hat: «Es hat nicht sehr viel Spass gemacht oder mich besonders glücklich gemacht, wie das bei anderen der Fall ist, aber ich habe mich anders gefühlt und das war mein Hauptziel. Etwas zu fühlen. Anders zu sein», meint der Duke of Sussex dazu in seinem Buch.

Harry erhebt in seiner Autobiografie schwere Vorwürfe gegen seinen Bruder William.

© Keystone

Was kann man noch alles von der Autobiografie erwarten?

So viel scheint bereits jetzt klar zu sein: Die Memoiren von Harry haben es in sich. Auch wenn die (wohl) brisantesten Aussagen bereits öffentlich gemacht wurden, ist nicht auszuschliessen, dass die übriggebliebenen Buchseiten für zusätzlichen Zündstoff sorgen können.

Spätestens mit dem offiziellen Erscheinungsdatum und der damit verbundenen öffentlichen Verfügbarkeit dürfte die Angelegenheit nochmals zusätzlich an Brisanz gewinnen. Schliesslich ist dann eine Reaktion des Königshauses auf die Äusserungen Harrys überfällig.

Grossbritannien befindet sich momentan im (royalen) Ausnahmezustand.

© Keystone

Welche Sanktionen erwarten Harry?

Während Harrys Beliebtheit in seinem Heimatland auf ein Rekordtief abgerutscht ist, fordern andere gar, dass Harry auf der Stelle alle königlichen Titel entzogen werden sollen. Harry selbst ist auf Versöhnung aus: Der britische Prinz hat öffentlich das tiefe Zerwürfnis zwischen ihm und König Charles III. und Prinz William beschrieben. «Ich will meinen Vater zurück. Ich will meinen Bruder zurück. Momentan erkenne ich sie nicht wieder.» Und: «Vergebung ist aber zu 100 Prozent eine Möglichkeit», betont Harry weiter.

Auch weil der königliche Palast bislang nicht auf die Aussagen von Harry reagiert hat, gilt es, weiterführende Sanktionen abzuwarten. Zumindest eine Massnahme scheinen die Royals aber bereits vorgenommen zu haben: Harry wird keine «offizielle Rolle» an der Krönung seines Vaters einnehmen.

Wie geht es jetzt weiter?

Am 6. Mai findet die Krönung von König Charles III. in der Westminster Abbey statt. Harry wird voraussichtlich an der Zeremonie teilnehmen. Eine Rolle dabei spielen wird der Herzog von Sussex nach Informationen der «Sunday Times» jedoch keine. Entgegen der bisherigen Tradition werde ausser Thronfolger William keiner der Herzöge mehr bei der Krönung zum Zeichen der Ehrerbietung niederknien.

Dabei wird von dem Prinzen von Wales erwartet, dass er folgende Worte sagt: «Ich, William, Prinz von Wales, werde dein Lehnsmann an Leib und Leben und der irdischen Anbetung; und Glaube und Wahrheit werde ich zu dir tragen, um gegen alle möglichen Völker zu leben und zu sterben. Möge Gott mir beistehen.»

«Bis dahin kann noch viel geschehen», reagiert der Herzog von Sussex dazu gegenüber ITV. «Die Tür steht immer offen. Der Ball liegt in ihrem Feld», so Harry.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Januar 2023 17:54
aktualisiert: 10. Januar 2023 15:20