Vatikan

Den Papst beschützen: 36 neue Schweizergardisten vereidigt

6. Mai 2022, 20:45 Uhr
36 neue Schweizergardisten stehen nach ihrer Vereidigung am Freitag im Dienst des Papstes. Bundespräsident Ignazio Cassis war Gast des feierlichen Anlasses. Zudem traf er Papst Franziskus und weihte symbolisch die Schweizer Botschaft ein.
Die neuen Schweizergardisten vor ihrer Vereidigung am Freitag.
© Keystone/EPA ANSA/ETTORE FERRARI

Nationalratspräsidentin Irène Kälin und Ständeratspräsident Thomas Hefti haben Cassis bei seinem Vatikanbesuch begleitet, wie das Eidgenössische Amt für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitagabend mitteilte.

Die Päpstliche Schweizergarde gibt es seit 1506. Die Vereidigung neuer Schweizergardisten findet traditionell am 6. Mai statt. Dies im Gedenken an 147 Gardisten, die 1527 während der Plünderung Roms ums Leben kamen, wie es vom EDA hiess.

Während der Vereidigung habe der Papst eines kürzlich verstorbenen Schweizergardisten gedacht, teilte die katholische Nachrichtenagentur kath.ch mit. Der 25-Jährige kam am Sonntag bei einem Schiessunfall in Trun GR ums Leben.

Audienz beim Papst

Ernst waren auch die Themen beim Treffen von Cassis mit Papst Franziskus und dem Erzbischof Paul Richard Gallagher. Wie das EDA mitteilte waren neben der Beziehung der Schweiz zum Vatikan der Krieg in der Ukraine und die Sicherheit in Europa Gesprächsthemen.

Die private Audienz beim Papst dauerte gemäss der italienischen Nachrichtenagentur APA dreissig Minuten. Cassis überreichte dem Papst demnach eine Nachbildung eines Teils des Bourbaki-Panoramas in Luzern.

Schweizer Botschaft im Vatikan

Ebenfalls auf dem Programm von Cassis stand die symbolische Eröffnung der Schweizer Botschaft im Vatikan. Gemeinsam mit Erzbischof Paul Richard Gallagher durchschnitt er ein Band, enthüllte das Schild der neuen Botschaft und gab so den Startschuss für die Bauarbeiten.

Das EDA schrieb auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die neue Schweizer Botschaft in den kommenden Monaten ihren Betrieb aufnehmen werde. Die Räumlichkeiten befänden sich auf einer Etage eines Büro- und Wohngebäudes.

Am 1. Oktober hatte der Bundesrat beschlossen, beim Heiligen Stuhl in Rom eine Schweizer Botschaft einzurichten. Die diplomatischen Interessen der Schweiz nimmt seit 2014 der Schweizer Botschafter in Slowenien wahr. Die Botschaft in Rom kann aufgrund der Lateranverträge nicht gleichzeitig für Italien und den Vatikan zuständig sein. Im Vorfeld waren die Pläne des Bundesrates von den Evangelischen Kirchen Schweiz (EKS) kritisiert worden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. Mai 2022 20:45
aktualisiert: 6. Mai 2022 20:45
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