Italien

Grauwal an der Küste Italiens - Rätsel um Herkunft

22. April 2021, 15:50 Uhr
HANDOUT - Das von der italienischen Küstenwache zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Grauwal an der Mittelmeerküste in der Nähe von Fiumicino. Foto: Guardia Costiera/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/Guardia Costiera/-
Seltener Besuch: Die überraschende Sichtung eines jungen Grauwals an der Küste Italiens sorgt für Aufregung und Spekulationen über dessen Herkunft. Denn die Riesentiere leben eigentlich in anderen Regionen der Erde, im Ostpazifik und im westpazifischen Gewässern.

Zuletzt wurde das offensichtlich neugierige Jungtier an der Mittelmeerküste in der Nähe von Fiumicino bei Rom gesehen, wie die Küstenwache am Donnerstag berichtete.

Der etwa einjährige Grauwal sei in den Vortagen schon am Golf von Neapel bei Sorrent und nahe der Insel Ponza herumgeschwommen. Auch vor der US-Marinebasis von Gaeta sei er gesichtet worden. Die Küstenwache forderte die Italiener auf, den Wal, der 15 Meter lang werden kann, in Ruhe zu lassen.

Ähnliche Aufrufe gab es von Tierschützern. Denn das Tier zeigte wenig Angst, was Walfans anlockt. Die Zeitung «La Repubblica» nannte den Grauwal am Mittwoch liebevoll «Wally».

Das Tier habe sich bereits einmal in einem Netz verfangen, sei aber befreit worden. Tierschützer hätten sich ihm genähert, jemand habe sogar versucht, den Wal zu streicheln. Das Auftauchen eines Grauwals im Mittelmeer sei extrem selten. Vor Israel sei 2010 einer gesehen worden, hiess es.

Mehrere Experten vermuten, dass sich für Grauwale durch das Abschmelzen der Polkappen in der Arktis neue Wege in den Atlantik auftun. Eigentlich galten die Meeressäuger in diesem Ozean als ausgestorben.

«Grauwale sind Küstenwale und dringen manchmal in grosse Lagunen ein», schrieben Walschützer der Organisation Marevivo. So könnten sie auch den Weg in Mittelmeer erkunden. «Er ist wahrscheinlich unterernährt, weil unser Ökosystem nicht genügend Ressourcen bietet. Aber er ist stark genug, um sich auf der Suche nach Nahrung zu bewegen», schrieb der Verband.

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. April 2021 15:50
aktualisiert: 22. April 2021 15:50