Frankreich

Ikea wegen Vorwurf der Personal-Bespitzelung vor Gericht

22. März 2021, 15:56 Uhr
Ikea-Einkaufswagen vor einem Ikea-Möbelhaus in Paris: Der Konzern muss vor Gericht (Archivbild).
© KEYSTONE/AP/REMY DE LA MAUVINIERE
Ikea-Frankreich muss sich gut neun Jahre nach Bekanntwerden der Vorwürfe wegen des Verdachts auf Ausspähen von Beschäftigten vor Gericht verantworten. Am Montag startete in Versailles bei Paris der Prozess gegen den französischen Ableger des Möbelhausgiganten.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von der örtlichen Staatsanwaltschaft. Demnach soll der Prozess bis zum 2. April dauern. Das französische Enthüllungsblatt «Canard Enchaîné» hatte 2012 über eine systematische Bespitzelung berichtet.

Die Sicherheitsabteilung der französischen Ikea-Tochter hatte demnach 2003 ein privates Sicherheitsunternehmen gegen Bezahlung beauftragt, dem Unternehmen teils vertrauliche Daten über Personal und Bewerberinnen und Bewerber zu übermitteln - etwa Angaben zu möglichen Vorstrafen oder Bankauszüge. Ähnliche Auskünfte sollen auch zur Kundschaft verlangt worden sein, die mit Ikea im Rechtsstreit lag.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft Versailles berichtete, soll sich das Ausspähsystem über das gesamte Gebiet Frankreichs erstreckt haben. Die externe Sicherheitsfirma soll AFP zufolge zwischen 30 000 und 600 000 Euro im Jahr von Ikea-Frankreich erhalten haben.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Gewerkschaft FO 2012 Anzeige gegen Unbekannt wegen der illegalen Verwendung von Personaldaten erstattet. Neben Ikea-Frankreich müssen sich nun auch Einzelpersonen vor Gericht verantworten, laut AFP allerdings lediglich für den Zeitraum zwischen 2009 und 2012.

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. März 2021 15:53
aktualisiert: 22. März 2021 15:56