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Stellensuche

Kanton Luzern gegen anonymisierte Bewerbungsverfahren

11. Mai 2021, 15:04 Uhr
Dank der digitalen Technik ist ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren einfach umzusetzen, sagt der Luzerner Kantonsrat Mario Cozzio (GLP).
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Das Luzerner Kantonssparlament sieht in anonymisierten Bewerbungen den falschen Weg, um Diskriminierungen bei der Stellensuche zu verhindern. Er hat ein Postulat mit 69 zu 38 Stimmen abgelehnt, das von der Kantonsregierung die Prüfung eines anonymen Bewerbungsverfahren verlangte.

Kantonsparlamentarier Mario Cozzio (GLP) verspricht sich von einem anonymisierten Bewerbungsverfahren, dass dank diesem tatsächlich die fachlich am besten geeignete Person eingestellt werde. Bei den gängigen Bewerbungen bestehe die Gefahr, dass jemand wegen Geschlecht, Alter oder Herkunft benachteiligt werde.

Cozzio sagte, es gebe auch bei allen Schulungen und Sensibilisierungen unbewusste Diskriminierungen. Die Lösung dazu könne die digitale Technik bieten.

Marianne Wimmer-Lötscher (SP) pflichtete Cozzio bei. Ein Blick auf den Namen, das Alter, das Geschlecht oder die Familiensituation könne dazu führen, dass ein Bewerbungsschreiben aussortiert werde. Der Kanton könne bei diesem Thema mehr tun.

Claudia Wedekind (CVP) fragte sich, ob Anonymität der richtige Weg sei, um Diskriminierung zu verhindern. Die Bewerberinnen und Bewerber sollten nicht namenlos auftreten und ihre Persönlichkeit verstecken müssen. Der persönliche Auftritt sei auch wichtig.

Andreas Bärtschi (FDP) setzte auf Sensibilisierung statt Anonymisierung. Vorurteile würden sich jedoch nie zu 100 Prozent beseitigen lassen, spätestens beim Vorstellungsgespräch komme es zu einem persönlichen Kontakt. Angela Lüthold (SVP) befürchtete, dass die Anonymisierung aufwändiger wäre als das heutige Prozedere.

Auch die Kantonsregierung lehnte den Vorstoss ab.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Mai 2021 12:48
aktualisiert: 11. Mai 2021 15:04