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Afghanistan

Kanzlerin Merkel sagt Israel-Reise wegen Lage in Afghanistan ab

26. August 2021, 17:15 Uhr
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat die für den 28. bis 30. August geplante Reise nach Israel wegen der dramatischen Entwicklung in Afghanistan abgesagt.
ARCHIV - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die für den 28. bis 30. August geplante Reise nach Israel wegen der dramatischen Entwicklung in Afghanistan abgesagt. Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa
© Keystone/AFP POOL/John Macdougall

Beide Seiten seien sich einig, dass der Besuch der Bundeskanzlerin zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden solle, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag mit. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennet getroffen worden.

Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan soll wegen des bevorstehenden Abzugs der US-Streitkräfte vom Flughafen und der wachsenden Terrorgefahr in Kürze enden. Auch aus diesem Grund und wegen der sich zuspitzenden Terrorgefahr dürfte sich Merkel zur Absage des Besuches entschieden haben.

Merkel wollte ursprünglich an diesem Samstagabend in Israel eintreffen. Für Sonntag waren Beratungen mit Bennett, Präsident Izchak Herzog und Aussenminister Jair Lapid geplant. Ausserdem wollte Merkel mit dem israelischen Kabinett zusammenkommen. Zudem war geplant, dass die Kanzlerin in Anwesenheit von Bennett einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem niederlegt. Bei einer Zeremonie in Jerusalem sollte Merkel die Ehrendoktorwürde des Technion–Israel Institute of Technology in Haifa verliehen bekommen.

Mitte Juni war in Israel eine neue Regierung vereidigt worden. Die Koalition wird von insgesamt acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum getragen, darunter ist erstmals eine arabische Partei. Damit ging die Ära des rechtskonservativen Langzeit-Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der seit 2009 ohne Unterbrechung im Amt gewesen war, zu Ende. Merkel scheidet nach der Bundestagswahl am 26. September aus dem Amt aus.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. August 2021 17:15
aktualisiert: 26. August 2021 17:15