Frankreich

Macron verurteilt Verletzung von Zyperns Souveränität durch Türkei

23. Juli 2020, 12:11 Uhr
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, spricht während einer Pressekonferenz zum Abschluss des EU-Gipfels. Foto: John Thys/AFP Pool via AP/dpa
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des Streits um Erdgas im östlichen Mittelmeer Sanktionen gegen Länder gefordert, die den Meeresraum von EU-Ländern verletzten.

«Diejenigen, die dazu beitragen, müssen bestraft werden, und Sie wissen, dass Sie in dieser Angelegenheit mit der Unterstützung Frankreichs rechnen können», sagte Macron nach einem Treffen mit dem zyprischen Präsident Nikos Anastasiades am Donnerstag in Paris. Er betonte die «uneingeschränkte Solidarität» Frankreichs mit Zypern und auch Griechenland angesichts von «Verletzungen ihrer Souveränität durch die Türkei».

«In diesem für das gesamte Land lebenswichtigen Teil des Mittelmeerraums sind Energie- und Sicherheitsfragen heute von wesentlicher Bedeutung», sagte der französische Staatschef. «Sie sind Gegenstand von Machtkämpfen, insbesondere der Türkei und Russlands, die sich immer mehr behaupten und denen die Europäische Union noch zu wenig entgegensetzt.»

EU-Südstaaten treffen sich Ende August

«Es wäre ein schwerer Fehler, unsere Sicherheit im Mittelmeerraum in die Hände anderer Akteure zu legen. Dies ist keine Option für Europa, und auf jeden Fall wird Frankreich dies nicht zulassen», sagte Macron. «Es kann nicht hingenommen werden, dass der Meeresraum eines Mitgliedstaates unserer Union verletzt oder bedroht wird.» Er kündigte ein Treffen der EU-Südstaaten Ende August oder Anfang September in Frankreich an.

Der Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer hatte sich zuletzt immer weiter verschärft. Zahlreiche Schiffe der türkischen Kriegsmarine bewegen sich in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer. Griechenland hatte in den vergangenen Monaten die Türkei davor gewarnt, Schiffe zur Suche nach Erdgas in die Region zu entsenden. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschliessliche Wirtschaftszone. Ankara führt bereits Bohrungen vor Zypern durch - ohne die Genehmigung der Regierung der Republik Zypern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Juli 2020 12:00
aktualisiert: 23. Juli 2020 12:11