Kreuzfahrt des Grauens

Mann verwest nach Herzinfarkt im Getränkekühler

25.04.2023, 11:16 Uhr
· Online seit 25.04.2023, 09:56 Uhr
Ein Mann stirbt auf einer Kreuzfahrt – das ist tragisch, doch es gibt Prozeduren, wie in so einem Fall die Leiche unbeschadet zum nächsten Hafen gelangt. Doch auf einer Reise in der Karibik ging das richtig schief.
Anzeige

Passiert ist das Unglück Robert und Marilyn Jones. Das Ehepaar aus den USA ist im letzten Sommer auf einer Reise durch die Karibik auf dem Schiff Celebrity Equinox. Dabei erleidet der 78-jährige Robert einen Herzinfarkt. Er ist sofort tot.

Letzte Reise im Kühlschrank

Die Crew des Schiffs muss die Leiche des Amerikaners irgendwo unterbringen, denn das Schiff braucht noch Tage bis zum nächsten Hafen. Eigentlich sollte dafür eine spezielle Kühlbox dienen, in der eine Leiche bei der richtigen Temperatur aufgebahrt werden kann.

Als die Celebrity Equinox aber sechs Tage später in Florida anlegt, muss Marilyn Jones feststellen, dass ihr verstorbener Mann bereits Zeichen von Verwesung trägt. Die Crew hatte die Leiche nicht in einem dafür vorgesehenen Kühlraum gelagert, sondern in einen Getränkekühlschrank gesteckt, wie die «New York Post» berichtet.

Familie will 1 Million US-Dollar

Der Fehler fiel schnell auf. Die Mitarbeitenden eines Bestattungsunternehmens fanden den Leichnam auf dem Boden des Kühlschranks in einem Beutel. Er wies bereits grüne Flecken auf und war aufgebläht. Es sei offensichtlich gewesen, dass sich die Leiche in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung befand und nie bei einer Temperatur gelagert wurde, die geeignet war, eine Verwesung zu verhindern.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

Die Familie des Verstorbenen habe die Kreuzfahrtgesellschaft Celebrity Cruises nun auf eine Million US-Dollar Schmerzensgeld verklagt. Wegen der unsachgemässen Aufbewahrung von Jones' Körper sei es für die Angehörigen nicht mehr möglich gewesen, eine traditionsgemässe Beerdigung im offenen Sarg durchzuführen.

Hätte sie gewusst, dass es auf dem Schiff keine funktionierende Toten-Aufbewahrung gab, hätte sie seinen Leichnam früher vom Schiff holen lassen, argumentiert die Familie von Robert Jones. Die beschuldigte Kreuzfahrtgesellschaft habe sich nicht äussern wollen.

(osc)

veröffentlicht: 25. April 2023 09:56
aktualisiert: 25. April 2023 11:16
Quelle: Today-Zentralredaktion

Anzeige
Anzeige
redaktion@pilatustoday.ch