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Familienplanung

Mögliche Pandemie-Folge: Geburtenrate sinkt in manchen Ländern

31. August 2021, 09:54 Uhr
Stärkere Konzentration auf die Familie – aber oft auch grössere wirtschaftliche Unsicherheit: Haben sich potenzielle Eltern in der Pandemie eher für oder gegen ein eigentlich geplantes Kind entschieden? Daten aus 22 Ländern zeigen grosse Unterschiede.
Nicht alle Eltern haben sich während der Corona-Pandemie für ein Kind entschieden. (Symbolbild)
© Getty Images

In einigen Ländern sind im Zuge der Corona-Pandemie die Geburtenraten merklich gesunken. Dies gelte unter anderem für Italien, Ungarn und Spanien, berichten Forschende im Fachmagazin «Proceedings» der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). In Ländern wie der Schweiz, Deutschland, Norwegen und Schweden sei die Geburtenrate hingegen gleichgeblieben oder sogar leicht gestiegen.

Umfassende Untersuchung

Die Wissenschaftler hatten für 22 Länder mit hohem Einkommen die monatlichen Geburtendaten analysiert. Für die Monate von November 2020 – also etwa neun Monate nach Beginn der Pandemie – bis März 2021 glichen sie die Werte mit denen der gleichen Monate ein Jahr zuvor ab, zudem wurden Modelle zur Berücksichtigung der Saisonalität und langfristiger Trends einbezogen.

Die Geburtenrate sank demnach in Italien um 9,1 Prozent, in Ungarn um 8,5, in Spanien um 8,4 und in Portugal um 6,6 Prozent. Auch für Belgien, Österreich und Singapur habe die Berechnung einen merklichen Rückgang ergeben. Insgesamt sei in sieben von 22 untersuchten Ländern ein deutlicher, wohl auf die Corona-Krise zurückzuführender Rückgang festzustellen.

Vorläufige Ergebnisse

Es handle sich allerdings um vorläufige Ergebnisse, die erst noch bestätigt werden müssten, so die Forschenden. Zudem böten die derzeit verfügbaren Daten lediglich Informationen zu den Entscheidungen von Paaren in der ersten Corona-Welle, eine Einschätzung über den weiteren Verlauf sei noch nicht möglich. Nach ihrer Vermutung werde der Rückgang in der Gesamtschau der Pandemie noch viel deutlicher ausfallen.

Quelle: sda / dpa
veröffentlicht: 31. August 2021 09:53
aktualisiert: 31. August 2021 09:54