Prozessauftakt

Nach Anschlags-Serie: 20 Angeklagte stehen in Paris vor Gericht

8. September 2021, 13:43 Uhr
Es war eine grausame Nacht, die Paris und ganz Frankreich vor sechs Jahren erschüttert hatte. Islamisten töteten bei einer Anschlags-Serie 130 Menschen. Heute Mittwoch hat der Prozess begonnen – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.
Der Prozess in Paris findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.
© EPA/IAN LANGSDON
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«Die terroristische Gefahr in Frankreich ist erhöht, insbesondere in Momenten wie dem Terrorprozess», erklärte Innenminister Gérald Darmanin kurz vor dem Auftakt. Für den Prozess seien in Paris fast 1’000 Polizisten mobilisiert. Das Verfahren hat am Mittag im Justizpalast begonnen. Das Gebäude ist weiträumig abgesperrt und wird von bewaffneten Spezialkräften gesichert.

Bei der Anschlagsserie am 13. November 2015 hatten Extremisten im Konzertsaal «Bataclan» sowie in verschiedenen Bars und Restaurants 130 Menschen erschossen. 350 Personen wurden verletzt. Am Stade de France sprengten sich während des Fussball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich zudem drei Selbstmordattentäter in die Luft. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

Prozess dauert bis im Frühling

Im Prozess müssen sich 20 Angeklagte verantworten, darunter der bereits in Belgien verurteilte Salah Abdeslam, der als einer der Haupttäter und einziger Überlebender des Terrorkommandos gilt. Abdeslam wurde von einer Polizeieskorte aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Grossraum Paris Richtung Justizpalast in der Innenstadt gebracht.

Das Verfahren ist bislang bis Mai 2022 angesetzt. 13 weitere Angeklagte, die im eigens hergerichteten Saal des Schwurgerichts Platz nehmen, sollen mutmassliche Helfer und Unterstützer gewesen sein. Gegen sechs weitere Angeklagte wird der Prozess in Abwesenheit geführt. Bei fünf von ihnen geht man davon aus, dass sie inzwischen in Syrien ums Leben gekommen sind. Einer ist wegen Terrorvorwürfen in der Türkei inhaftiert.

Den Angeklagten droht zumeist lebenslange oder 20-jährige Haft.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. September 2021 13:36
aktualisiert: 8. September 2021 13:43