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Myanmar

Neue Massenproteste gegen Putsch in Myanmar

12. Februar 2021, 10:50 Uhr
In Myanmar reissen die Proteste gegen den Militärputsch nicht ab. Allein in der grössten Stadt Rangun (Yangon) hätten am Freitag Schätzungen zufolge mehr als 100'000 Menschen an verschiedenen Kundgebungen teilgenommen, berichtete das Nachrichtenportal «Frontier Myanmar».
Demonstranten machen den Dreifingergruß als Symbol des Widerstandes gegen den Militärputsch. Ungeachtet internationaler Appelle, Sanktionen und Großdemonstrationen geht die neue Militärjunta in Myanmar weiter hart gegen die entmachtete zivile Regierung vor. Foto: Str/AP/dpa
© Keystone/AP/Str

Dort blieb es Berichten zufolge zunächst friedlich. Bei anderen Demonstrationen schritt die Polizei ein und trieb die Menschen mit Gewalt auseinander, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Dabei soll es auch erneut Festnahmen gegeben haben.

Mehrere Hundert Menschen versammelten sich vor der russischen Botschaft in Rangun und forderten die Regierung in Moskau auf, nicht mit der Junta zusammenzuarbeiten. Vorausgegangen waren Proteste vor der chinesischen Botschaft. Beide Länder hatten in der vergangenen Woche im UN-Sicherheitsrat eine direkte Verurteilung des Vorgehens des Militärs verhindert. Auch eine Passage eines Entwurfs, in dem von einem «Putsch» die Rede war, wollten beide Länder nicht mittragen.

Das Militär hatte sich in der Nacht zum 1. Februar zurück an die Macht geputscht und die frühere Freiheitsikone Aung San Suu Kyi sowie zahlreiche weitere Politiker in Gewahrsam genommen. Die Junta hat einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt und ein neues Kabinett ernannt. Als offiziellen Grund gab die Armee Wahlbetrug bei der Parlamentswahl vom November an, die Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) klar gewonnen hatte. Seit knapp einer Woche reissen die Proteste gegen die Junta nicht ab.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Februar 2021 10:35
aktualisiert: 12. Februar 2021 10:50