Kantonsrat OW

Obwalden soll ohne Klosterliegenschaft in Sarnen planen

18. März 2021, 11:49 Uhr
Das Regierungsgebäude in Sarnen: Der Kanton Obwalden besitzt 61 Immobilien. (Archivbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Die Obwaldner Regierung soll ihre Immobilienstrategie ohne die Klosterliegenschaft in Sarnen weiterplanen. Der Kantonsrat hat am Donnerstag einer entsprechenden Anmerkung der vorberatenden Kommission zugestimmt, der Kanton soll die Türe aber nicht zuschlagen.

Obwalden ist Eigentümer von rund 250 Grundstücken mit insgesamt 61 Immobilien. Der Investitionsbedarf für die kommenden 20 Jahre liegt zwischen 100 und 162 Millionen Franken. Grössere Projekte sind etwa auf dem Spitalareal, beim Polizeigebäude im Gebiet Foribach, beim Historischen Museum oder beim BWZ Sarnen geplant. Der Kantonsrat nahm die Strategie einstimmig zur Kenntnis.

Er sprach sich aber für eine Eventualplanung aus. Diese hatte die Regierung vorgeschlagen für den Fall, dass die Weiterentwicklung der Klosterliegenschaften in Sarnen mit Einbezug des Kantons nicht zu Stande kommt. Dort wären Lösungen für Staatsarchiv, Kantonsbibliothek und Historisches Museum angedacht.

Wie Baudirektor Josef Hess (parteilos) ausführte, habe das Kloster aber dem Kanton mitgeteilt, es wolle sich bezüglich der künftigen Nutzung nicht mehr alleine auf den Kanton abstützen. Die Regierung habe geantwortet, man sei bereit, auch Teilprojekte zu prüfen.

Kloster eine Frist gesetzt

Die Kommission für strategische Planungen und Aussenbeziehungen (KSPA) forderte daher in einer Anmerkung, wegen der knappen finanziellen Ressourcen des Kantons sei die Eventualplanung ohne die Klosterliegenschaften zu priorisieren. Zwar sollen allfällige Teilprojekte geprüft werden, diese müssten aber vor Ende 2024 eintreffen. Eine grosse Mehrheit des Rats sah das ebenso.

Roland Kurz (FDP) erinnerte, die Liegenschaften des Klosters gehörten zum Kanton Obwalden. Man verdanke dem Kloster so einiges an Fortschritt und Bildung. «Es ist wichtig, dass diese Türe nicht zugeschlagen wird», mahnte er. Das forderte auch Guido Cotter (SP), der sich gegen die Eventualplanung aussprach, da der Kanton ja noch genügend Zeit habe und die Klosterverantwortlichen etwas mehr Zeit benötigten.

Auch eine zweite Anmerkung hiess der Rat gut: Die SVP forderte damit, die Zentralisierung der Verwaltungseinheiten am Standort Foribach zu prüfen. Baudirektor Hess verschloss sich diesem Anliegen nicht, zumal bereits vorgesehen sei, gewisse Verwaltungseinheiten zusätzlich am Standort Foribach anzusiedeln.

Fragen zum Flugplatz

Fragen musste der Baudirektor auch zum Flugplatz Kägiswil beantworten. Diesen hat der Kanton vom Bund im Baurecht übernommen und vermietet ihn an die Flugplatzgenossenschaft Obwalden. Der ehemalige Reduitflugplatz der Schweizer Luftwaffe wird seit 1996 nur noch für die Zivilfliegerei genutzt.

Der Kanton strebt einen Teilrückbau der Piste und eine Rekultivierung an. Es sollen Fruchtfolgeflächen angelegt werden, sagte Hess. Allerdings fielen rund 8000 Kubikmeter Belag und Untergrundmaterial an, die speziell entsorgt werden müssten. Die Rekultivierung dürfte 1,2 Millionen Franken kosten. Man sei in Verhandlung mit Armasuisse als Besitzerin, eine andere mögliche Refinanzierung wäre die Erhöhung des Mietzinses.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. März 2021 11:50
aktualisiert: 18. März 2021 11:49