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Chile

«Pandora Papers»: Ermittlungen gegen Chiles Präsidenten

9. Oktober 2021, 02:50 Uhr
Der chilenische Generalstaatsanwalt Jorge Abbott hat nach den Veröffentlichungen aus den «Pandora Papers» Ermittlungen gegen Chiles Präsidenten Sebastián Piñera angeordnet.
Marta Herrera, Leiterin der Abteilung für Korruptionsbekämpfung bei der chilenischen Generalstaatsanwaltschaft, bestätigte, dass eine strafrechtliche Untersuchung zum Verkauf eines Bergbauprojekts eingeleitet wird, nachdem Präsident Sebastián Piñera in den «Pandora Papers» genannt worden war. Foto: Esteban Felix/AP/dpa
© Keystone/AP/Esteban Felix

Piñera werden Korruption, Bestechung und Steuervergehen im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf der Mine «Minera Dominga» im Norden Chiles vorgeworfen, wie aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Freitag hervorgeht.

Die Enthüllungen der «Pandora Papers», wonach die Familie von Sebastián Piñera 2010 einen Teil des millionenschweren Geschäfts mit «Minera Dominga» auf den britischen Jungferninseln getätigt habe, hatten in Chile Aufregung verursacht. Die Abschlusszahlung für den Verkauf der Mine an eine befreundete Familie soll demnach von der Weigerung der Regierung - damals unter Präsident Piñera - abgehangen haben, die Gegend im Norden Chiles zum Naturschutzgebiet zu erklären. Piñera hatte eine Beteiligung an Geschäften mit dem umstrittenen Bergbauprojekt über die Virgin Islands bestritten.

«Über den Verkauf von «Minera Dominga» 2010 bin ich weder informiert noch dabei konsultiert worden», sagte Piñera. Die Fakten in den Berichten seien nicht neu. «Sie wurden 2017 öffentlich bekannt, von der Staatsanwaltschaft untersucht und von den Gerichten 2017 aufgeklärt.» Demnach lag nach Piñeras Darstellung keine Straftat vor.

Ein internationales Journalistenkonsortium hatte am Sonntag geheim gehaltene Geschäfte Hunderter Milliardäre, Politiker, Religionsführer und Drogenhändler veröffentlicht. Darunter befanden sich auch drei lateinamerikanische Präsidenten. Die sogenannten Pandora Papers beruhen nach Angaben des Konsortiums auf fast zwölf Millionen Dokumenten aus 14 Unternehmen weltweit.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Oktober 2021 02:50
aktualisiert: 9. Oktober 2021 02:50