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Abwasser

Real will in Emmen Wald roden für bessere Abwasserreinigung

9. März 2021, 08:50 Uhr
Der Entsorgungsverband Real will die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Emmen LU ausbauen, damit künftig weniger schädliche Stoffe in die Gewässer gelangen. Dafür braucht er zusätzliche Flächen und will dazu Wald roden.
Der Luzerner Gemeindeverband Real will die Kläranlage in Emmen ausbauen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

In der bestehenden ARA im Gebiet Buholz reinigt Real Abwasser der Stadt Luzern und von sieben Agglomerationsgemeinden. Gemäss eigenen Angaben ist es eine der grössten Anlagen der Schweiz. Diese soll nun ausgebaut werden, wie der Verband am Dienstag mitteilte. In den nächsten Jahren sind Investitionen von insgesamt über 60 Millionen Franken geplant.

Die Hälfte davon entfällt auf den Bau einer vierten Reinigungsstufe, bei der mittels Aktivkohle ab 2025 Rückstände von Medikamenten und Pestiziden aus dem Abwasser gefiltert werden können. Für weitere 17 Millionen Franken entstehen zwei neue Überlaufbecken. Dies soll verhindern, dass bei starken Niederschlägen Schmutzwasser in die Kanalisation gelangt.

16 Millionen Franken will Real schliesslich in eine Anlage investieren, die Phosphor aus dem Klärschlamm zurückgewinnt, was ab 2026 gesetzlich vorgeschrieben ist. Gemäss der Mitteilung hat der Verband dafür eigens eine Methode entwickelt und patentieren lassen.

Wiederaufforstung

Die drei neuen Anlagen will Real angrenzend an die bestehende ARA bauen. Die Lage der Überlaufbecken und der vierten Reinigungsstufe sei aus hydraulischer Sicht gegeben, die geeigneten Flächen befinden sich im Waldareal. Daher müsse Wald gerodet und andernorts wiederaufgeforstet werden.

Die Einzonungs- und Rodungsgesuche behandelt die Gemeinde Emmen in einer Teilzonenplanänderung. Diese müssen vom Einwohnerrat und schliesslich vom Luzerner Regierungsrat abgesegnet werden. Ein Mitwirkungsverfahren startet am 18. März.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. März 2021 13:21
aktualisiert: 9. März 2021 08:50