Italien

Rom steckt in Schweinepest-Sorgen und definiert «Rote Zone»

9. Mai 2022, 15:09 Uhr
Immer mehr Wildschweine dringen in Rom auf der Suche nach Nahrung bis in die Stadt vor. Mit der steigenden Gefahr der Schweinepest wurde nun eine «Rote Zone» eingerichtet, in der Veranstaltungen und Picknicks in der Natur verboten sind.

Nach dem Auftreten mehrerer Fälle von Schweinepest fürchtet Italien eine Ausweitung der Seuche. Um die Hauptstadt Rom, wo seit Jahren immer mehr Wildschweine auf der Suche nach Nahrung bis in die Stadt vordringen, wurde deshalb am Wochenende eine «Rote Zone» definiert.

Veranstaltungen und Picknicks sind verboten

Das Gebiet reicht von Nordwesten bis in die Nähe des Vatikans heran. Dort sind künftig unter anderem Veranstaltungen und Picknicks in der freien Natur verboten, ausserdem wird zur Desinfektion der Schuhe geraten und eine besondere Überwachung durch Behörden angekündigt.

Mastbetriebe in der Gegend schützen

Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich – unter Wild- und Hausschweinen aber ist sie hoch ansteckend, nicht heilbar und verläuft fast immer tödlich. Die Region Latium, in der Rom liegt, richtete die Rote Zone sowie ein weiteres Gebiet unter Beobachtung deshalb ein, um Mastbetriebe in der Gegend zu schützen.

In der italienischen Hauptstadt sind Wildschweine ein Politikum: Für viele Kritiker ist das Vordringen der Paarhufer in bewohnte Gebiete, das regelmässig durch Handybilder oder -videos dokumentiert wird, ein Indiz für die Unfähigkeit der Politiker, mit dem Müllproblem in der Ewigen Stadt umzugehen. Weil Abfall auf der Strasse oft nicht abgeholt wird, suchen die Wildschweine dort nach Nahrung. In der Roten Zone sollen Mülleimer deshalb eingezäunt werden, fordert die Region.

Zu viele Wildschweine in Italien

Laut dem Gesundheitsministerium könnten solche Massnahmen, die auch in den ebenfalls betroffenen Regionen Piemont und Ligurien erwogen werden, nicht reichen. «Wir müssen die Zahl der Wildschweine reduzieren, in Italien gibt es zu viele», sagte Unterstaatssekretär Andrea Costa.

Umwelt- und Tierschützer kritisieren die Pläne, künftig in grösserem Ausmass Jagd auf Wildschweine zu machen. «Aus Rom jetzt den Wilden Westen zu machen, um Wildschweine zu jagen, löst das Problem nicht», sagte Rita Corboli von der Tierschutzorganisation Oipa. «In Rom sind die Abfälle das Problem und nicht die Wildschweine.»

(hap/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 9. Mai 2022 15:13
aktualisiert: 9. Mai 2022 15:13
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