Donezk

Separatisten verurteilen Ausländer in ukrainischer Armee zum Tod

10. Juni 2022, 11:11 Uhr
Das Oberste Gericht der separatistischen Donezker Volksrepublik (DVR) hat drei ausländische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte zum Tode verurteilt.
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Quelle: CH Media Video Unit / Katja Jeggli

Die Todesstrafe werde für «alle Verbrechen zusammengenommen» verhängt, heisst es laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in der Urteilsbegründung. Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Briten und einen Marokkaner. Sie können innerhalb eines Monats gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Vorwurf der gewaltsamen Machtergreifung

Der Prozess gegen die drei Männer hatte am Mittwoch unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit begonnen. Ihnen werden Handlungen zur gewaltsamen Machtergreifung vorgeworfen. Laut Gericht haben die Angeklagten «ihre Schuld gestanden». Einer der Männer habe zudem «zugegeben, in Terroranschlägen geschult worden zu sein».

Die beiden Briten waren Mitte April in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol von prorussischen Kräften gefangen genommen worden. Beide hatten laut Medienberichten schon vor dem Krieg in der Ukraine gelebt und auch dort geheiratet.

Kein Moratorium auf Todesstrafe in Separatistenrepubliken nicht

Nach dem russischen Einmarsch kämpften sie auf der Seite der ukrainischen Armee. Die russische Führung hatte allerdings in der Vergangenheit mehrfach erklärt, Ausländer generell als Söldner zu betrachten. Sie würden nicht als Kombattanten gelten und auf sie würden auch nicht die internationalen Gesetze zum Schutz von Kriegsgefangenen angewendet, drohte jüngst der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

In Russland gilt ein Moratorium auf die Todesstrafe. In den Separatistenrepubliken gilt dieses Moratorium hingegen nicht. Laut Medienberichten könnte die Hinrichtung durch Erschiessen vollzogen werden.

(hap)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 9. Juni 2022 16:18
aktualisiert: 10. Juni 2022 11:11
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