Wegen aktuellen Krisen

Serbiens Regierung will Europride in Belgrad verhindern

27. August 2022, 16:39 Uhr
In Belgrad hätte im September die Europride stattfinden sollen – nun wurde sie von Serbiens Regierung abgesagt.
Serbiens Regierung stellt sich gegen die Durchführung der Europride in Belgrad.
© KEYSTONE/Darryl Dyck/The Canadian Press via AP
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Serbiens Regierung hat die für den 17. September in Belgrad geplante Parade Europride abgesagt, bei der Menschen für die Rechte Nicht-Heterosexueller demonstrieren wollten. Von Seiten der Organisatoren hiess es jedoch umgehend, dass der Umzug dennoch stattfinden werde, da die Regierung kein Recht dazu habe, diesen zu verbieten.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic begründete den Beschluss mit aktuellen Krisen im Land, darunter den Streit mit dem Nachbarland Kosovo. Man habe sich im Einvernehmen mit der Regierung von Ministerpräsidentin Ana Brnabic, die selbst mit einer Frau zusammenlebt, dazu entschlossen, die Pride abzusagen.

«Der Staat kann die Europride nicht absagen – er kann nur versuchen, sie zu verbieten, was ein klarer Verstoss gegen die Verfassung wäre», erklärte Marko Mihailovic, einer der Pride-Organisatoren per Twitter. Dazu gebe es klare Urteile des Verfassungsgerichts.

Zuvor hatten rechtsradikale Organisationen sowie Vertreter der Serbisch-Orthodoxen Kirche Stimmung gegen die Veranstaltung gemacht. Die Europride wird seit 1992 abwechselnd in verschiedenen europäischen Hauptstädten organisiert, Serbien hätte nun die erste Station in Südosteuropa sein sollen.

(SDA/sst)

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. August 2022 16:36
aktualisiert: 27. August 2022 16:39