Impfstoff-Verwirrung

So unterscheiden sich die verschiedenen Corona-Impfungen

13. Januar 2021, 06:34 Uhr
Rund um die Welt wird an Impfstoffen gegen das Coronavirus geforscht.
© Keystone/Hendrik Schmidt/dpa via AP
Die Corona-Impfstoffe von Pfizer und Moderna sind als Vorreiter bestens bekannt, doch wird parallel dazu weltweit an weiteren Vakzinen geforscht. Diese braucht es, um eine internationale Herdenimmunität zu erreichen. Doch wie unterscheiden sich die verschiedenen Impfstoffe voneinander?

Meistens enthalten Impfstoffe tote, abgeschwächte oder Teilstücke von Viren. So wird dem Körper eine Infektion vorgetäuscht und das Immunsystem reagiert mit der Bildung von Antikörpern. Trifft das Abwehrsystem wieder auf den gleichen Krankheitserreger, sind die passenden Antikörper bereits im Blut vorhanden und können schnell vermehrt werden.

Die verschiedenen Corona-Impfstoffe funktionieren nicht alle gleich. Nachfolgend stellen wir einige der vielversprechendsten Kandidaten aus aller Welt vor.

mRNA-Impfstoffe

Die mRNA-Impfstoffe sind eine Neuheit, doch das Prinzip stammt aus der Tumorforschung und die Entwicklung läuft bereits über zwanzig Jahre. Messenger-Ribonukleinsäuren (mRNA) sind Botenmoleküle, die ein winziges Stückchen Bauplan eines Erregers in die menschliche Zelle tragen. Nach diesen Bauplänen wird dann ein Oberflächenprotein produziert, nicht der komplette Krankheitserreger. Das Protein wird vom Immunsystem als fremd erkannt und es werden Antikörper gebildet.

Die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna machen sich diese Technik zunutze und sind Stand 12. Januar die einzigen in der Schweiz von Swissmedic zugelassenen Vakzine.

Vektor-basierte Impfstoffe 

Ein viraler Vektor ist ein für den Menschen ungefährliches Virus, das als Träger für genetisches Material (RNA/DNA) in einer Zelle genutzt wird. Dieses muss zuerst künstlich in den viralen Vektor eingefügt und so verändert werden, dass es sich nicht im Körper reproduziert.

Totimpfstoffe

Ein Totimpfstoff besteht aus abgetöteten Krankheitserregern oder Bestandteilen von Krankheitserregern. Die Krankheitserreger beziehungsweise deren Bestandteile werden bei der Herstellung mithilfe von physikalischen oder chemischen Prozessen abgetötet oder deaktiviert. Sie können sich danach nicht mehr vermehren und keine Infektion auslösen. Dies kann erreicht werden, indem ein Erreger zum Beispiel durch Hitze zerstört wird oder beigefügte Stoffe den Erreger abtöten. Das Immunsystem bildet dann als Reaktion auf die inaktiven Krankheitserreger Antikörper.

Quelle: WHO / die jeweiligen Pharmakonzerne

(mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 13. Januar 2021 06:34
aktualisiert: 13. Januar 2021 06:34