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Brasilien

Todeszahlen bei blutigstem Polizeieinsatz Rios steigt auf 28

8. Mai 2021, 05:47 Uhr
28 Menschen, unter ihnen 27 Verdächtige, kamen bei heftigen Gefechten zwischen mutmasslichen Drogenbanden und der Polizei ums Leben.
Die Zahl der Toten nach einem der blutigsten Polizeieinsätze in der Geschichte der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro ist offensichtlich auf 28 gestiegen. Dies berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf die Polizei am Freitag.

Demnach handelte es sich bei den Opfern um 27 Verdächtige und einen Beamten der Anti-Drogen-Einheit. Zuvor hatte es geheissen, mindestens 25 Menschen, unter ihnen 24 Verdächtige, seien bei heftigen Gefechten zwischen mutmasslichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela Jacarezinho getötet worden. Die drei weiteren Personen sind nach Angaben der Nachrichtenagentur «Agência Brasil» im Krankenhaus an ihren Verletzungen gestorben.

Nach Angaben des Nachrichtenportals «G1», das Informationen der staatlichen Universität UFF und der App «Fogo Cruzado» (Kreuzfeuer) auswertete, die Daten über bewaffnete Gewalt sammelt, war dies die Polizei-Operation mit den meisten Toten in der Geschichte Rio de Janeiros.

Im Juli hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília Polizei-Einsätze in Favelas während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese sind nur in «absoluten Ausnahmefällen» erlaubt. Aktivisten und Angehörige von Opfern protestierten, der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro, verteidigte die Operation. «Die Landesregierung ist am meisten daran interessiert, die Umstände der Ereignisse in Jacarezinho aufzuklären», sagte Castro.

Die Favela Jacarezinho gilt als einer der Stützpunkte des «Comando Vermelho» (Rotes Kommando) im Norden Rios, den dieses unter anderem mit Barrikaden schützt. Mächtige Verbrechersyndikate wie das «Comando Vermelho» und eine Reihe kleinerer Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle von Drogenhandel und Schutzgeldgeschäft. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Mai 2021 05:46
aktualisiert: 8. Mai 2021 05:47