Deutschland

Weiterer Kölner Bischof wegen Missbrauchsgutachten beurlaubt

19. März 2021, 13:10 Uhr
ARCHIV - Weihbischof Ansgar Puff steht im Hof des Obdachlosenzentrums Gubbio. Als Konsequenz aus dem am Donnerstag vorgestellten Missbrauchsgutachtens ist ein weiterer Kölner Bischof vorläufig beurlaubt worden. Weihbischof Ansgar Puff habe Kardinal Woelki selbst darum gebeten, teilte das Erzbistum Köln am Freitag mit. Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa
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Im Missbrauchskandal im Erzbistum Köln ist ein weiterer Bischof nach der Vorstellung eines Gutachtens vorläufig beurlaubt worden.

Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff habe Kardinal Rainer Maria Woelki selbst darum gebeten, teilte das Erzbistum Köln am Freitag mit. Woelki habe dieser Bitte entsprochen und Puff vorläufig von seinen Aufgaben beurlaubt.

Die Missbrauchsvorwürfe hatten in Deutschland schon seit längerem Schlagzeilen gemacht. Das Erzbistum Köln ist eines der ältesten und mit rund 1,9 Millionen Katholiken im Diözesangebiet das grösste Bistum im deutschsprachigen Raum. Woelki ist einer von drei deutschen Kardinälen im stimmberechtigten Alter und gilt in der Deutschen Bischofkonferenz als ein Vertreter des konservativen Flügels.

Strafrechtler Björn Gercke hatte Puff bei der Vorstellung des Gutachtens am Donnerstag zunächst nicht genannt. Das Erzbistum wies am Freitag jedoch darauf hin, dass in dem Gutachten ein ehemaliger Personalchef des Erzbistums aufgeführt werde, der ebenfalls eine Pflichtverletzung begangen habe, nämlich einen Verstoss gegen die Aufklärungspflicht. Dieser damalige Personalchef sei der heutige Weihbischof Puff. Die in dem Gutachten genannte Pflichtverletzung solle jetzt sachgerecht bewertet werden, erläuterte das Erzbistum.

Am Donnerstag hatten bereits der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und der Hamburger Erzbischof Stefan Hesse - früher Personalchef in Köln - dem Papst ihren Amtsverzicht angeboten. Auch ihnen hatten die Gutachter Pflichtverletzungen vorgeworfen. Im Auftrag von Woelki hatten sie geprüft, wie Verantwortliche des grössten deutschen Bistums von 1975 bis 2018 mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester umgegangen waren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. März 2021 13:10
aktualisiert: 19. März 2021 13:10