Mekong-Region

WWF-Report präsentiert 110 neu entdeckte Arten

16. Juli 2020, 17:12 Uhr
Eine Schildkröte mit Rüssel oder eine gelbe-schwarz-lilafarbene Zwergschlange: Das sind nur einige der 110 neu entdeckten Tiere und Pflanzen, die der WWF New Species Report Greater Mekong auflistet.

Entdeckt wurden die neuen Arten 2018 und 2019 allesamt in der Mekong-Region, die sich über Laos, Vietnam, Thailand, Myanmar und Kambodscha erstreckt und als Schmelztiegel der Biodiversität gilt. Südostasien ist eine wahre Schatzkammer für Tiere und Pflanzen, die Wissenschaft hat die Tür bisher nur einen Spalt breit aufgestossen.

So schwamm einer der nun neu entdeckten Fische, der nach einem Fluss aus „Der Herr der Ringe“ benannt ist, der Acantopsis bruinen jahrhundertelang unbemerkt im Mekong und seinen Nebenflüssen.

Auffällig ist auch eine andere Neuentdeckung: Pelodiscus variegatus. Eine kleine, gefleckte Schildkröte, deren Nase einer Miniaturausgabe eines Elefantenrüssels gleicht. Gefahr droht der neu beschriebenen Art allerdings durch Wilderei, denn Weichschildkröten gelten als Delikatesse und werden zu hohen Preisen illegal gehandelt. Und dann wurde unter den 110 neu entdeckten Pflanzen und Tieren auch noch noch dieses Exemplar entdeckt: Die Zwergschlange Calamaria dominici . Sie besitzt ein gelb-schwarz-lila Muster und ernährt sich hauptsächlich von Würmern.

Weil die Kombination aus Gebirgen, Trockenwäldern, Feuchtgebieten und Mangroven sowie starken Regenfällen und einem feuchtheissen Klima in der Mekong-Region einzigartig ist, lassen sich auch viele der dort ansässigen Arten nirgendwo sonst finden. Von den dort entdeckten Amphibien kommen deshalb 54 Prozent ausschliesslich in der Region vor, bei den Reptilien sind es 39 Prozent.

Die Mekong Region ist laut WWF massiv bedroht. 150 Wasserkraftanlagen sind dort geplant. Im Zeitraum 1973 bis 2009 wurden hier jährlich bereits etwa 1,2 Millionen Hektar Wald zerstört.

Aktuell scheint es, als ob die Abholzung gestoppt werden konnte, doch die Region gilt zunehmend als Hotspot des illegalen Wildtierhandels. Der WWF fordert daher die wertvollen Gebiete am Mekong dauerhaft und grenzüberschreitend zu schützen. Das käme auch der dort lebenden Bevölkerung zugute.

Denn illegale Wildtiermärkte sind nicht nur für die Tierwelt gefährlich, sie sind auch Sammelgruben für Viren und stellen ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Auch die Wasserkraftanlagen gefährden nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Ernährungssicherheit in Laos, Kambodscha und Vietnam.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 16. Juli 2020 14:35
aktualisiert: 16. Juli 2020 17:12